Wärme anzeigende Pflanzenarten breiten sich im Ruhrgebiet aus
Dominante Vorkommen von Liebes- oder Fingergräser in Pflasterritzen und im Straßenbegleitgrün gab es vor 20 Jahren im westlichen Ruhrgebiet in diesem Ausmaß noch nicht. Sicherlich einzelne Exemplare, aber keine großen Bestände. Seit 10-15 Jahren beobachten wir sowohl das häufigere Auftreten, als auch einen deutlichen Zuwachs an wärmeliebende Arten.
Gute Beispiele sind die Gräser Kleines Liebesgras (Eragrostis minor), Japanisches Liebesgras (Eragrostis multicaulis), Quirlige Borstenhirse (Setaria verticillata), Grüne Borstenhirse (Setaria viridis) und vorallem Blutrote Fingerhirse (Digitaria sanguinalis).
Besonders interessant sind zahlreiche Neufunde bzw. Wiederfunde von wärmeliebende Arten, insbesondere solche, die seit Jahrzehnten als verschollen galten. Beispiele hierzu sind Behaarter Federschwingel (Vulpia ciliata) im Landschaftspark Duisburg-Nord, Grünliches Liebesgras (Eragrostis virescens) auf der Deponie in Mülheim-Speldorf, Steifgras (Catapodium ridigum) im Mülheimer Hafen oder Wilder Korakan (Eleusine indica) auf einem Parkplatz in Oberhausen-Neue Mitte.
Gemeinsames Merkmal dieser Gräser ist, dass sie aus trockenen bzw. warmen Gebieten Südeuropas, Asien oder Amerika stammen und somit nicht zur heimischen Flora des Ruhrgebietes zählen.
Das gehäufte und teils dominante Auftreten kann als deutliches Indiz für klimatische Veränderung gewertet werden.
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