9 Der Auenwald

Auen

Rotbach

Auen sind die überschwemmbaren Talsohlen von fließenden Gewässern, die aus Untergrundmaterial (Boden, Gestein) aufgebaut sind, die von den Gewässern mitgebracht und abgelagert wurden. Die Aue umfasst außerdem den Bereich, in dem ein Bach sein Bett verlegen kann. Bei einem stark gewundenen (mäandrierenden) Verlauf vergrößert sich so die Auenfläche, da sich am Prallhang des Baches, wo das Wasser scharf gegen schlägt, der Bach in benachbarte Hänge hineinfressen kann.

Schutz für Auen und ihre Lebensräume

Einige Lebensräume wie Moore, Quellbereiche, natürliche Felsen, Bruch-, Sumpf- und Auenwälder – so auch hier – sind wegen ihrer Seltenheit und ihres starken Rückgangs durch das Landschaftsgesetz von Nordrhein-Westfalen besonders geschützt. Eine erhebliche oder nachhaltige Beeinträchtigung sowie Zerstörung dieser Flächen ist verboten!

Schwarzerlen

Erlenwurzeln

Bäche werden bei uns meist von Schwarzerlen (= Roterlen) begleitet. Sie halten mit ihrem dichten Wurzelwerk das Ufer fest und stabilisieren es so. Außerdem saugen Erlen Wasser wie ein Schwamm auf, so dass sich der Abfluss des Regenwassers verlangsamt, wodurch ebenfalls ein Abspülen des Bachufers verhindert wird.

Gefährdung der Auwälder durch Trockenlegung

Auenwälder begleiten nicht nur den Rotbach, sondern auch die Seitenbäche. Einige dieser Bereiche sind durch Abflussgräben erheblich trockener gemacht worden als in früheren Zeiten – einfach, um einen ertragreicheren Waldbestand zu erhalten. Durch Verschluss der Abflussgräben können die Auen länger nass gehalten und die Lebensgemeinschaften wieder bereichert werden.

Die Vegetation des Auwaldes

Der Auenwald des Rotbaches ist botanisch als waldziestreicher Eichen-Hainbuchen-Wald zu bezeichnen. Stiel-Eiche und Hainbuche sind die vorherrschenden Baumarten, an den nassen Stellen durch Schwarz-Erlen ersetzt. In der Strauchschicht wachsen vor allem Weißdorn, Hasel, Schwarzer Holunder und Stechpalme. Die Krautschicht führt im Frühjahr das Busch-Windröschen an. Häufig sind hier auch Maiglöckchen und Echte Sternmiere. Wo es feuchter wird, tauchen u. a. der Wald-Ziest und Endtmanns Goldnessel, aber auch typische Gräser und Grasartige wie die Winkel-Segge auf.

Auen

Rotbachaue (Foto: BSWR)

Schwarzerlen

Charakterart der Auewälder im Hiesfelder Wald: Die Roterle (Foto Bach-Kolster)
Rotbachaue im Frühjahr mit blühenden Busch-Windröschen (Foto: BSWR)

Die Vegetation des Auwaldes

Busch-Windröschen (Foto: BSWR)
Maiglöckchen im Hiesfelder Wald (Foto: BSWR)
Blüten des Maiglöckchens (Foto: N. Kilimann)
Blüten des Wald-Ziest (Foto: Bach-Kolster)
Winkelseggen besiedeln nasse bis feuchte Böden des Hiesfelder Waldes (Fotos: BSWR)

Letzte Änderung am Donnerstag, 11. April 2019 um 15:48:20 Uhr.

seit dem 11.12.2014

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