2008 Erfassung von Vorkommen der Amphibien

Caudata und Anura im Stadtgebiet von Mülheim


Specht, Daniela (2008):
Erfassung gegenwärtiger Vorkommen der Caudata und Anura im Stadtgebiet von Mülheim an der Ruhr im Vergleich zu früheren Bestandsaufnahmen. – Diplomarbeit, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Zoologisches Institut und Museum, Internationaler Naturschutz (Biologie).

Zusammenfassung

Fadenmolch-Männchen und -Weibchen

Daniela Specht

Grundsätzlich hat sich das Artenspektrum der Amphibien in Mülheim innerhalb der letzten 14 Jahre nicht verändert. Geburtshelferkröte und Kammmolch bleiben nicht nachgewiesen, obwohl die Flächen das Lebensraumpotential für sie bieten. Wie in vielen anderen Städten finden sich in Mülheim ubiquitäre Arten, wie Erdkröte und Grasfrosch, weit verbreitet an. Die Lebensraumspezialisten, da vor allem die Kreuzkröte, sind nur noch auf wenigen Flächen auffindbar. Die Verbreitungsmuster der Amphibien spiegeln die in Mülheim vorhandenen Stadtflächen deutlich wieder. Als Ruhrgebietsstadt mit hohem Waldanteil sind silvicole Arten und Arten mit Präferenz für lichte Laubwälder stark vertreten und zeigen Verbreitungsschwerpunkte im südwestlichen Waldgebiet. Dazu gehören außer Grasfrosch, Erdkröte und Bergmolch auch Feuersalamander und Fadenmolch. Während die ersten drei Arten deutlich häufiger sind, kommt der Feuersalamander weniger vor. Der Fadenmolch ist aufgrund einer sehr lokalen Verbreitung als gefährdet einzustufen. Die Kreuzkröte, die einzige Art, die als typischer Pionierbesiedler offene Landschaften mit ruderalem Charakter bevorzugt, kann nur auf zwei Stadtflächen passende Lebensraumbedingungen finden. Sie ist somit als stark gefährdet zu betrachten. Amphibien, die offene und besonnte Laichgewässer bevorzugen, sind nicht so häufig verbreitet, wie die zuerst genannten. Dazu gehören der Teichmolch und die drei Wasserfrosch-Arten. Während das Hauptverbreitungsgebiet von See-, Teich- und Kleinem Wasserfrosch entlang der Ruhraue verläuft, kommen die Teichmolche in geringen Abundanzen im ganzen Stadtgebiet vor. Obwohl Bestandsentwicklungen aufgrund der Nachweislücken von 1994 bis 2003 nicht direkt erfassbar sind, lässt sich doch für einige Arten die Tendenz zu Bestandsverlusten feststellen. Zu diesen Arten zählen außer Erdkröten und Feuersalamander auch die am häufigsten anzutreffenden Grasfrösche. Bei den Grasfröschen konnte der Bestandsverlust direkt nachgewiesen werden. Zunahmetendenz fand sich bei den Wasserfröschen, Berg- und Teichmolch. Fadenmolch und Kreuzkröte blieben innerhalb der 14 Jahre auf konstant niedrigem Niveau. Bei beiden sollten dringend Schutzmaßnahmen getroffen werden. Die Bestandsverluste bei Erdkröten und Grasfrosch konnten durch die in Mülheim aktiven Amphibienschützer gering gehalten werden.

Grasfrosch-Laichballenzählung in Mülheim

BSWR/Daniela Specht

Karte 4-17: Laichballenzahlen und Laichgewässer vom Grasfrosch im Raster (km²)

Betreuer in der BSWR: Martin Schlüpmann

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