Obstwiesenkartierung

Obstwiesenkartierung 2003-2008

Apfel

Obstwiesen sind einer der prägenden Bestandteile rheinischer Kulturlandschaften. Insbesondere im Norden Duisburgs und Oberhausens aber auch im Süden Mülheims an der Ruhr finden sich größere Obstbaumbestände, die oftmals Relikte bäuerlicher Siedlungen darstellen. Neben diesen altangelegten Wiesen, die sich hauptsächlich in Privatbesitz befinden, wurden Obstbaumbestände auch im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen angelegt. Obstwiesen besitzen zum einen eine ästhetische Wirkung, bieten zum anderen aber auch einer Reihe von Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Charakteristisch für niederrheinische Obstwiesen ist beispielsweise der Steinkauz.

In den Jahren 2003 bis 2008 wurde von der BSWR eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Obstbäume im Gebiet der Städte Duisburg, Oberhausen und Mülheim durchgeführt und die gesammelten Felddaten von insgesamt 134 Obstbaumbeständen in eine Datenbank überführt. Zudem wurden die Obstwiesen mittels GIS kartographisch erfasst. Die ermittelten Daten beinhalten neben der Anzahl und Art/Sorte der Bäume auch Informationen über die Nutzung und den Pflegezustand.

In Oberhausen konnte dabei mit einem ca. 80-jährigen Baum der Sorte „Fey’s Record“ eine Regionalsorte des Niederrheines nachgewiesen werden. Ansonsten ließen sich jedoch keine weiteren regionalen oder lokalen Besonderheiten feststellen. Vielfach wurden weit verbreitete Sorten angepflanzt, die aber inzwischen nicht selten ein Alter von 50 bis 70 Jahren erreicht haben.

Die erfassten und ausgewerteten Daten der Obstbaumbestände dienen als Grundlage für konkrete Konzepte zum Erhalt, zur Pflege und Nutzung der Wiesen. Die Planungen sind vorrangig für öffentliche Flächen gedacht, die BSWR konnte allerdings auch Hilfestellung für private Obstwiesenbesitzer in Form von Beschaffung von Pflanzgut und Beratung in Bezug auf die Pflege des Bestandes geben.

Die Sicherung der Pflege und der Nutzung stellen in diesen Konzepten zwei problematische Punkte dar. Die Obstbaumpflege bedarf geschulten Personals, welches allerdings nur schwer und unter hohem finanziellem Aufwand zu bekommen ist. Zudem muss sichergestellt sein, dass die Art der Pflege dauerhaft gleich bleibt und sollte daher über Jahre hinweg aus einer Hand erfolgen. Um die Nutzung des Obstes sicherzustellen, wurden Kooperationsvereinbarungen mit Vermostereien, Obstläden und anderen Abnehmern geschlossen.

Angelehnt an dieses Thema findet seit 2005 alljährlich im Oktober auf dem Hof der Familie Geldermann in Mülheim das Apfelfest statt. Hier können Privatleute eigenes Obst bestimmen lassen oder sich über die Pflege ihrer Obstbäume informieren. Ebenfalls seit 2005 werden auch Obstbaum-Patenschaften vergeben.

Letzte Änderung am Dienstag, 21. März 2017 um 10:05:39 Uhr.

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