Rekonstruktion einer Wiese

Rekonstruktion einer historischen Wiese

Entwicklung einer artenreichen Glatthaferwiese am Auberg in Mülheim an der Ruhr – LVR-Projekt

Artenreiche, bunte Wiesen mit einer typischen Zusammensetzung an Gräsern und Beikräutern sind nicht nur im Ruhrgebiet extrem selten geworden, sondern landesweit bedroht. Dabei ist gerade das Vorhadensein von solchem Grünland eine wesentliche Grundlage für die Biodiversität einer Region, sowohl im Bereich der Pflanzen, als auch für eine Vielzahl von Tieren, z. B. Insekten.

Der Auberg im Süden von Mülheim an der Ruhr ist ein ehemaliger Truppenübungsplatz, der sich heute im Besitz des Regionalverbands Ruhr befindet und größtenteils als NSG ausgewiesen ist. Das Gebiet ist hauptsächlich durch Grünland geprägt, welches sehr gut durch die Biologische Station untersucht ist. Am Auberg befinden sich einige überregional außerordentlich wertvolle und artenreiche Feuchtwiesen, unter anderem die Orchideenwiese. Das trockene Grünland hingegen ist trotz verschiedener Maßnahmen und Auflagen relativ artenarm. Obwohl die Standortbedingungen geeignet sind, ist offensichtlich keine entsprechende Samenbank mehr existient, aus der die Grünlandkräuter reaktiviert werden könnten. Hier greift das vorliegende Projekt.

In einen ersten Schritt sollen Literaturquellen ausgewertet werden, aus denen hervorgeht, welche Pflanzen ehemals in den Wiesen am Auberg und in der näheren Umgebung vorhanden waren. Es wird eine Artenliste erstellt, die einen gut belegten historischen Zustand des lokalen Grünlandes wiedergibt. Basierend auf dieser Liste wird im zweiten Schritt eine Saatgutmischung aus Regiosaatgut zusammengestellt, die auf einer ausgewählten, geeigneten Wiese durch einen ansässigen Landwirt eingesät werden. Die Fläche wird daraufhin zukünftig naturschutzkonform gepflegt und die Bestandentwicklung durch ein wissenschaftliches Monitoring.

Letzte Änderung am Montag, 3. Dezember 2018 um 15:58:12 Uhr.

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