Ökologie frühblühender Pflanzen
Viele von ihnen gehören zu der Lebensform der Geophyten, also Pflanzen, die mittels unterirdischer Speicherorgane überwintern. Dies ermöglicht schnelles Wachstum im Winter oder Frühjahr und ist oft mit starker Tendenz zur vegetativen Vermehrung verbunden. Daher breiten sich Schneeglöckchen, Bärlauch oder Maiglöckchen auch im Garten meist innerhalb weniger Jahre aus.
Aber auch die Blüte ist an den frühen Zeitpunkt angepasst. Bestäuber sind Insekten, die zeitig im Jahr auf Nektar- und Pollensuche sind. Dabei sind die Pflanzen kaum auf eine bestimmte Art spezialisiert. So nutzen die Frühblüher ebenfalls eine Konkurrenzfreiheit hinsichtlich der Bestäuber. Die Verbreitung der Samen erfolgt oft durch Ameisen.
Da Frühblüher auch gerade wegen ihrer frühen Blüte als Kulturpflanzen äußerst beliebt sind, ist nicht immer leicht zu entscheiden, ob es sich bei einem Fundort um ein ursprüngliches Vorkommen handelt oder ob die Art durch Kulturflucht oder Gartenmüll dorthin gelangte. Dies ist jedoch von Interesse, wenn es um die naturschutzfachliche Bewertung eines Standortes geht. Weiterhin kann, wenn es sich um gezüchtetes oder gebietsfremdes Pflanzenmaterial handelt, der Blühzeitpunkt von den heimischen Individuen abweichen.
Falls sich bei einem Fund Zweifel an der Herkunft ergeben, ist dies bitte bei der Fundmeldung mit anzugeben. Einige der aufgeführten Arten sind zwar derzeit noch am entsprechenden Standort vertreten, jedoch insgesamt mehr oder weniger stark im Rückgang, sodass Kulturflüchter diesen Eindruck verfälschen können.
