Libellen

Frühe Heidelibelle

Die Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombei) wurde gleich an mehreren Stellen im Ruhrtal und in Duisburg beobachtet. Da auch frisch geschlüpfte Tiere gefangen bzw. beobachtet wurden, ist das Vorkommen im Vereinsgebiet als etabliert zu bezeichnen:
1. Mülheim, Ruhraue Saarn: Jungfernflug am 09.07.2003, Männchen am 15.07.2003
2. Mülheim, Ruhraue Styrum: unterhalb Raffelnbergwehr am 17.06. 10 Männchen an den ausgedehnten Kiesbänken des fast stehenden Ruhrarmes. Am 20.06 wurde dort auch ein Weibchen beobachtet.
3. Oberhausen-Altstaden: ehemaliges Haldengelände am 11.08.2003 zwei Männchen.
4. An Kolken auf einer Viehweide der Ruhraue bei Duisburg-Duissern wurde am 26/27.06.2003 ein Männchen beobachtet.
5. Duisburg-Wedau: an einem jungen Kleingewässer im Randbereich einer Kiesgrube wurde am 13.06.2003 ein Weibchen beim Jungfernflug beobachtet.
Die Art ist im Mittelmeerraum, in Afrika und östlich bis Zentralasien und Indien verbreitet. Immer wieder dringt die Art bis weit ins nördliche Europa vor. Zeitweilig kam es auch in der Vergangenheit immer wieder zur Fortpflanzung und vollständigen Entwicklung, aber bis 1990 waren "bodenständige" Vorkommen wohl selten über mehrere Jahre zu beobachten. In NRW war die Frühe Heidelibelle ein ausgesprochen seltener Vermehrungsgast. Seit 1990 häufen sich die Beobachtungen bodenständiger Vorkommen in ganz Deutschland. 1999 trat die Art erstmals auch an mehreren Stellen im Ruhrgebiet auf, so z. B. im Waldteichgelände in Oberhausen (nach N. Kilimann) und wenige Kilometer entfernt im Norden der Stadt Essen (Kordges & Keil 2000). Derzeit muss die Art bei uns als heimisch betrachtet werden. Ob sie sich dauerhaft etabliert bleibt allerdings ungewiss und wird von der weiteren Klimaentwicklung abhängen.



Feuerlibelle

Von der mediterranen Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) wurden am 26. und 27.06.2003 an zwei benachbarten Kolken in der Duisburger Ruhraue, sowie am 29.07. an einer Bucht der Ruhr in Oberhausen-Altstaden unweit der Duisburger Ruhraue einzelne Männchen beobachtet.
Feuerlibellen ähneln im Körperbau den Blaupfeilen. Bei der Feuerlibelle sind aber vor allem die leuchtend roten Männchen auffallend. Bei ihnen ist der gesamte Körper, einschließlich Thorax, Augen und Stirn feuerrot gefärbt und auch die Beine sind rötlich gefärbt.
Die Feuerlibelle ist im gesamten Mittelmeerraum, in Afrika, Kleinasien und Nordindien weit verbreitet, wandert in warmen Jahren aber immer wieder bis in den mitteleuropäischen Raum ein. Bereits in den 80er Jahren trat sie regelmäßig in der Oberrheinischen Tiefebene auf und kann dort mittlerweile als bodenständig bezeichnet werden. 1977 wurde sie erstmals in Monheim (NRW) beobachtet. Danach wurde sie lange Jahre in unserem Land nicht mehr beobachtet und trat dann erst wieder vereinzelt in den 90er Jahren auf. In den letzten Jahren wurde sie vereinzelt im Kreis Unna, bei Gütersloh und an der Weser beobachtet.


Kleine Königslibelle

Jeweils ein Männchen der Kleinen Königslibelle (Anax parthenope) wurde am 26. und 27.06.2003 an zwei benachbarten Kolken in der Duisburger Ruhraue fliegend beobachtet. Vermutlich handelte es sich um dasselbe Tier. Aus den Beobachtungen kann nicht auf ein "bodenständiges" Vorkommen geschlossen werden.
Die Art hat in Europa ihren Verbreitungsschwerpunkt im ostmediterranen Raum, kommt aber tatsächlich bis nach Japan vor. In Mitteleuropa war sie aus Pommern, Ostpreußen und Brandenburg bodenständig bereits in den 30er Jahren bekannt, breitete sich aber zunehmend nach Westen aus. Anfang der 80er Jahre wurde sie bereits in der Magdeburger Börde bodenständig beobachtet. Aus Westdeutschland, Belgien und den Niederlanden liegen nur Einzelnachweise vor. In Nordrhein-Westfalen besitzt sie bislang kein regelmäßiges Vorkommen und wird für unser Land als Dispersalart geführt. 1983 gelang im rheinischen Braunkohlerevier bei Brühl der Erstnachweis, wo sie auch 1985 noch beobachtet wurde. Bis heute sind nur einzelne Nachweise aus der niederrheinischen Bucht und aus dem Münsterland bekannt.


Spitzenfleck

Vom seltenen Spitzenfleck (Libellula fulva) wurden am 27.06.2003 2 Männchen und ein Weibchen an einem Altwasser in der Duisburger Ruhraue beobachtet. Die Männchen patrouillierten ausgiebig entlang des Ufers, nutzen Röhrichtpflanzen als Ansitzwarte und es kam während der Beobachtung einmal kurz zu einer Paarung.
Bis 1990 lagen aus NRW nur einzelne Nachweise vom linken Niederrhein und der Senne vor. Der aktuelle Nachweis ist unseres Wissens der zweite der Art im unteren Ruhrtal. Den ersten Nachweis erbrachte Eb. Schmidt vor einigen Jahren in der benachbarten Mülheimer Ruhraue.


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