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Seit fast 20 Jahren beobachten Botaniker, dass sich im Ruhrgebiet einige seltene, Mauern besiedelnde Farnpflanzenarten wie die Hirschzuge (Asplenium scolopendrium) oder der Schwarzstielige Streifenfarn (Asplenium adiantum-nigrum) ausbreiten. Trotz intensiver Forschung ist der genaue Grund dafür noch unklar: Liegt es etwa an der Luftverbesserung, am Klimawandel, oder einfach daran, dass viele alte Mauern langsam verfallen und die Pflanzen den bröckelnden Mörtel bewurzeln können? Sicher ist jedoch, dass es sich um Arten handelt, die in ihrem ursprünglichen Lebensraum, etwa in unseren Mittelgebirgen vegetationsarme Felsen besiedeln. Die Vermutung lieget nahe, dass im neuen Ersatzlebensraum der Ruhrgebietsmauer ähnliche ökologische Bedingungen wie auf den Gebirgsfelsen herrschen – relativ hohe Luft- und Substratfeuchtigkeit und vor allem wenig andere Arten, die den Farnpflanzen Konkurrenz machen (s. a. hier).
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Auch im Landschaftspark Duisburg-Nord sind Mauern durch das Vorkommen dieser bemerkenswerten Farne näher in den Fokus gerückt. Allerdings sind einiger dieser Wuchsorte nicht gerade leicht erreichbar. So wachsen in den Erzbunkeranlagen in mehreren Metern Tiefe hunderte Exemplare des Braunstieligen Streifenfarns, einige Tüpfelfarne und Hirschzungen. Mit Unterstützung der Parkverwaltung und tatkräftiger Hilfe der Duisburger Sektion des Alpenvereins (Herr Neuendorf) wagten die Mitarbeiter der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet eine Expedition in die dunklen Bunkeranlagen: Sie ließen sich bis auf etwa 8 Meter Tiefe abseilen, zählten die Pflanzen, bestimmten weitere Arten und sammelten Moosproben. Ein Messgerät wurde angebracht, welches nun über Monate Klimadaten aufzeichnet. |
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| Durch die Auswertung dieser Klimadaten versprechen sich die Wissenschaftler weitere Aufklärung über die genauen ökologischen Bedingungen, über die bislang nur gemutmaßt werden kann. Sind diese Orte frostgeschützt? Bleibt die Lufttemperatur dort unten selbst an warmen Tagen relativ konstant? | [Abbildung] |
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Falls Sie eine Mauer kennen, an der solche Farne wachsen, melden Sie diese der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet über die Fundmeldungsseite auf dieser Homepage. Und außerdem: Lassen Sie die Pflanzen ruhig wachsen – sie schaden der Mauer nicht und geben ihr einen besonderen Wert für den Arten- und Biotopschutz.