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Hirschzunge

Die Hirschzunge (Asplenium scolopendrium L.) verdankt ihren Namen der Form ihrer Wedel, die für unsere mitteleuropäischen Vertreter der Farnpflanzen untypisch ungeteilt sind und somit zungenähnlich aussehen. Die natürlichen Wuchsorte in NRW sind die kleinklimatisch ausgeglichenen Schluchtwälder auf basenreichen Untergrund sowie Kalkfelsen in den Mittelgebirgsregionen. Das Tiefland wurde allerdings rasch durch die Siedlungstätigkeit der Menschen mit dem Bau von Mauern und insbesondere Brunnenschächten besiedelt. Durch das Verschütten der allermeisten Brunnenschächte in der Nachkriegszeit sind bis in die 1980er Jahre hinein fast alle bekannten Vorkommen im Flachland erloschen, sodass in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen in NRW von 1986 die Art für das Niederrheinische Tiefland und für die Westfälische Bucht als „verschollen“ eingestuft wurde.
Um so erfreulicher sind nun zahlreiche Funde seit den 1990er Jahren, die auf eine, vielleicht durch kleinklimatische Veränderungen in den Städten begründete, Wiederbesiedlung schließen lassen.

Literatur:
Keil, P., Sarazin, A., Loos, G. H. & Fuchs, R. (2002): Eine bemerkenswerte industriebegleitende Pteridophyten-Flora in Duisburg – im Randbereich des Naturraumes „Niederrheinisches Tiefland“ – Decheniana 155: 5-12.

Fundhinweise stammen z. T. von: C. Riedel, H. Bahne, T. Kordges, A. Sarazin, R. Fuchs, M. Tomec, P. Gausmann, M. Hentsch, H. Vittinghoff u. a., vielen Dank dafür.