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Hirschzunge

Hirschzunge

Hirschzunge

In einem Zeitraum von 25 Jahren wird seit 1986 die Ausbreitung von Asplenium scolopendrium im Ruhrgebiet beobachtet. Ausgehend von den natürlichen Wuchsorten am Mittelgebirgsrand im südlichen Ruhrgebiet, begann die Ausbreitung der Hirschzunge in den 1990er Jahren zunächst im zentralen Ruhrgebiet im Raum Essen und setzte sich nach der Jahrtausendwende ins westliche und mit etwas Zeitverzug auch ins östliche Ruhrgebiet fort. Die Wuchsortdiversität und Wuchsbedingungen sowie die populationsbiologischen Aspekte werden hinsichtlich der Ursachen der neuerlichen Ausbreitung von Keil et al. (2012) diskutiert.

aus

Keil, P., Buch, C., Fuchs, R. & Sarazin, A. (2012): Arealerweiterung der Hirschzunge (Asplenium scolopendrium L.) am nordwestdeutschen Mittelgebirgsrand im Ruhrgebiet. – Decheniana 165: 55–73. pdf ..... [3.736 KB]

Die Hirschzunge (Asplenium scolopendrium L.) verdankt ihren Namen der Form ihrer Wedel, die für unsere mitteleuropäischen Vertreter der Farnpflanzen untypisch ungeteilt sind und somit zungenähnlich aussehen. Die natürlichen Wuchsorte in NRW sind die kleinklimatisch ausgeglichenen Schluchtwälder auf basenreichen Untergrund sowie Kalkfelsen in den Mittelgebirgsregionen. Das Tiefland wurde allerdings rasch durch die Siedlungstätigkeit der Menschen mit dem Bau von Mauern und insbesondere Brunnenschächten besiedelt. Durch das Verschütten der allermeisten Brunnenschächte in der Nachkriegszeit sind bis in die 1980er Jahre hinein fast alle bekannten Vorkommen im Flachland erloschen, sodass in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen in NRW von 1986 die Art für das Niederrheinische Tiefland und für die Westfälische Bucht als „verschollen“ eingestuft wurde.

Melder

Fundhinweise stammen von: Heinrich Bahne, Thorald vom Berg, Gabriele Bomhold, Brigitte Brosch, Dieter Büscher, Ulrike Eitner, Dr. Simon Engels, Peter Gausmann, Guido Hemmer, Melanie Hentsch, Dr. Armin Jagel, Esther Kempmann, Willi Klawon, Oliver König, Thomas Kordges, Heinz Kuhlen, Dr. Herfried Kutzelnigg, Dr. Randolph Kricke, Dr. Götz H. Loos, Marcus Lubienski, Sandra Neumann, Herr Növermann, Jürgen Pieper, Christian Riedel, Martin Schlüpmann, Frank Sonnenburg, Heide Stieb, Ilse Tannigel, Michael Tomec, Heiko Vittinghoff, Karola Winzer. u. a., vielen Dank dafür.

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Literatur zur Hirschzunge und anderen Mauerfarnen

Keil, P., Buch, C., Fuchs, R. & Sarazin, A. (2012): Arealerweiterung der Hirschzunge (Asplenium scolopendrium L.) am nordwestdeutschen Mittelgebirgsrand im Ruhrgebiet. – Decheniana 165: 55–73. pdf ..... [3.736 KB]
Gausmann, P., Keil, P., Fuchs, R., Sarazin, A. & Büscher, D. (2011): Eine bemerkenswerte Farnflora an Mauern der ehemaligen Kokerei Hansa (Dortmund-Huckarde) im östlichen Ruhrgebiet. – Floristische Rundbriefe 44: 60-71.
Keil, P., Sarazin, A., Fuchs, R., Buch, C. & Gausmann, P. (2010): Invasive alien fern-taxa in north-western Germany. – In: Kollmann, J., van Mölken, T. & Ravn, H.P.: Book of Abstract. – NEOBIOTA 2010 Conference. Biological Invasions in a Changing World - from Science to Management. Copenhagen 14.-17.10.2010. p 101.
Keil, P., Sarazin, A., Fuchs, R., & Riedel, C. (2009): Pteris cretica und Adiantum raddianum (Pteridophyta) in Licht- und Brunnenschächten im Ruhrgebiet – breiten sich subtropische Farnarten in Deutschland aus? – Kochia 4: 135–145.
Keil, P., Fuchs, R., Hesse, J. &. Sarazin, A. (2009): Arealerweiterung von Asplenium adiantum-nigrum L. (Schwarzstieliger Streifenfarn, Aspleniaceae/Pteridophyta) am nordwestdeutschen Mittelgebirgsrand – bedingt durch klimatische Veränderungen? – Tuexenia 29: 199-213.
Sarazin, A. Fuchs, R. & Keil, P. (2008): Der Nordische Streifenfarn, Asplenium septentrionale (L.) HOFFM., ein neues Vorkommen für Essen und die Westfälische Bucht. – Decheniana 161: 23-27.
Dierkes, A.-H., Sarazin, A., Fuchs, R., Loos, G. H. & Keil, P. (2005[2006]) Ein Vorkommen von Adiantum raddianum C. Presl (Adiantaceae) in Essen (Nordrhein-Westfalen). – Floristische Rundbriefe (Bochum) 39: 45-49.
Keil, P., Sarazin, A., Loos, G. H. & Fuchs, R. (2002): Eine bemerkenswerte industriebegleitende Pteridophyten-Flora in Duisburg – im Randbereich des Naturraumes „Niederrheinisches Tiefland“ – Decheniana 155: 5-12.
Keil, P. & Kordges, T. (1998): Wiederfund des Schwarzen Streifenfarnes (Asplenium adiantum-nigrum L.) in der Westfälischen Bucht. – Natur u. Heimat (Münster) 58(3): 65-68.
Keil, P. & Kordges, T. (1997): Verbreitung und Häufigkeit bemerkenswerter Mauerpflanzen im Stadtgebiet von Essen. – Decheniana 150: 65-80.

Letzte Änderung am Dienstag, 21. März 2017 um 10:06:53 Uhr.

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