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Frühjahrsblüher

Kubaspinat auf Baumscheiben

Ursprünglich aus Amerika stammend, breitet sich der Kubaspinat (Claytonia perfoliata Willd., Portulakgewächse - Portulacaceae) schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts im Ruhrgebiet aus. Höppner & Preuß nennen in ihrer Flora über den Ballungsraum 1926 bereits den Wuchsort „Kaiserberg“ (DU-Duissern), Bonte bezeichnet ihn 1930 als „Unkraut im Botanischen Garten in Essen“. Heute kommt der Kubaspinat sehr zerstreut, aber meist gesellig im westlichen Ruhrgebiet vor, an einigen Stellen lokal eingebürgert.
Schöne Bestände kann man zur Zeit (Ende März, Anfang April) schon blühend an Baumscheiben im Bereich des CentrO (Oberhausen) oder in der MÜGA (Mülheim) beobachten. Ansonsten ist die Art im Norden Oberhausens (Sterkrade, Königshardt, Schmachtendorf) zerstreut, sonst selten.
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Dänisches Löffelkraut

Verbreitungskarte Dänisches Löffelkraut

Das Dänische Löffelkraut (Cochlearia danica L., Kreuzblütler - Brassicaceae) ist als salztolerante Art natürlicherweise in Küstennähe verbreitet. Seit einigen Jahren kann man diese Pflanze besonders leicht auf den Mittelstreifen von Autobahnen beobachten, wo sie infolge der Nutzung von Auftausalzen salzhaltige Standorte findet.
Die nebenstehende Verbreitungskarte wurde auf der Grundlage der Beispielkarte, die sich auf der Homepage der AG Geobotanik, Univ. Bochum, zum Verbreitungsatlas der Flora von Nordrhein-Westfalen (Haeupler, Jagel & Schumacher, 2003) befindet, aktualisiert.

Elfen-Krokus

Crocus tommasinianus

Aus der Gruppe der Krokusse, die als Zierpflanzen in den Gärten oder Parkanlagen gehalten werden, zählt der Elfen-Krokus (Crocus tommasinianus Herb., Schwertliliengewächse - Iridaceae) (Heimat: Südosteuropa) zu den besonders früh blühenden Arten. Ebenso wie beim Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), bei den Blausternen (Scilla incl. Chionodoxa, Othocallis, Hyacinthoides u.a. spp.) und bei den Narzissen (Narcissus spp., div. Hybriden und Sorten) sind seit einigen Jahren vermehrt Verwilderungen zu beobachten. Da sich diese Sippen offensichtlich in Einbürgerung befinden, ist auf Vorkommen an „naturnahen“ Standorten besonders zu achten.
Die beiden Fotos unten zeigen einen kleinen Bestand des Elfen-Krokus unmittelbar am Ufer des Forstbaches in Mülheim-Menden, innerhalb eines Massenbestandes von Schneeglöckchen (Februar 2004). Das Bild rechts dokumentiert einen kleinen, vermutlich ebenso verwilderten Bestand am Mülheimer Flughafen.
Der Elfen-Krokus ist die frühblühendste unter den regelmäßig verwilderten Krokus-Arten. Krokusverwilderungen sind in den Städten viel häufiger, da sie sich schon in den Rasenflächen, in die sie eingesetzt werden, ausbreiten. Auf Friedhöfen gelangen sie außerdem rasch auf Splittwege, wo sie an Stellen, die wenig begangen werden, rasch beachtliche Bestände aufbauen können.
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Frühlings-Hungerblümchen

Frühlings-Hungerblümchen - Sinteranlage/Duisburg

Auf den flachgründigen und wenig nährstoffreichen Böden der ehemaligen Sinteranlage in Duisburg-Untermeiderich kommen z.T. große Matten des Frühlings-Hungerblümchens (Erophila verna (L.) Chevall. sensu lato, Kreuzblütler - Brassicaceae) vor. Dieser kleine Kreuzblütler ist an karge Böden angepaßt, worauf sich auch sein deutscher Name bezieht, da die Ernte auf Flächen, auf denen das Hungerblümchen vorkam, entsprechend mager ausfiel. Der wissenschaftliche Artname "verna" spiegelt die Blütezeit der Pflanze wieder: das zeitige Frühjahr. Nach der Keimung der Samen im Herbst überwintert das Hungerblümchen als Rosette und blüht im darauf folgenden Frühjahr als einer der ersten Frühblüher.
Aufgrund der zunehmenden Überdüngung der Landschaft sind die Bestände von Erophila verna vielerorts rückläufig und auf sandige Ruderalstellen oder nährstoffarme Standorte auf Industriebrachen beschränkt. Gerade im Ruhrgebiet gibt es deshalb zahlreiche Vorkommen auf Bergbau-, Bahn- und Stahlwerksbrachen, aber auch auf betriebenem Bahngelände, auf Verkehrsinseln und in Pflasterfugen in der Stadt, auf Friedhöfen und Gartenwegen.
Das Frühlings-Hungerblümchen ist keine einheitliche Art, sondern ein Komplex sehr ähnlicher Sippen, die sich mittels Selbstbestäubung (Autogamie) fortpflanzen und so eine weitgehende Selbständigkeit erhalten. Dieses System wird jedoch regelmäßig durch reguläre Bestäubungen unterbrochen, so dass permanent neue Sippen entstehen, welche sich dann wiederum durch Selbstbestäubung fortpflanzen.

Huflattich

Der Huflattich (Tussilago farfara L., Korbblütler - Asteraceae) ist im Gegensatz zu den meisten anderen Korbblütern eine der ersten auffälligen Frühjahrspflanzen und erscheint in der Regel schon Ende Februar mit dem leuchtendem Gelb seiner löwenzahnartigen Blütenstände. In dieser Zeit besitzt die Pflanze noch keine Blätter, diese bilden sich erst ein bis zwei Monate später, oft gegen Ende der Blütezeit.
Die breiten, länglich schildartigen Blätter wurden bis in die jüngere Zeit vorzugsweise als Heilmittel verwendet z. B. als Tee, gegen Husten und Bronchialasthma. Da die Pflanze jedoch Pyrrolizidinalkaloide enthält, unter denen es Verbindungen gibt, die die Leber zerstören und Tumore hervorrufen können, ordnete das damalige Bundesgesundheitsamt das Ruhen der Zulassung von Arzneimitteln mit Huflattich an. Seitdem schwelt ein Streit zwischen Schulmedizinern und Naturheilkundlern, der bis heute nicht eindeutig entschieden ist.
Als Standort bevorzugt der Huflattich etwas feuchte und humusarme, lehmige, oft tonige Böden. Dort wächst er dann meist in größerer Individuenzahl. Er tritt vielfach auf Zechenbrachen und an Straßenrändern auf, ist allerdings in Äckern stark zurückgegangen, nur auf lehmigen Ackerbrachen kommt er schnell wieder auf.

Weiße und Rote Taubnessel

Lamium album

Weiße und Rote Taubnessel (Lamium album L. und L. purpureum L., Lippenblütler - Lamiaceae) sind frühblühende Wegbegleiter. Trotz der Blätter, die denen der Brennnessel ähneln, sind Taubnesseln nicht näher mit jenen verwandt. Auch fehlen den Taubnesseln (Name!) die Brennhaare. Bezüglich der Witterungsverhältnisse sind die Pflanzen äußerst anpassungsfähig: Wenn im Vorfrühling die ersten Tage mit relativ warmer Sonne aufkommen, beginnen sie sofort mit der Blüte - und blühen das ganze Jahr hindurch, sofern es nicht zu trocken wird.
Außerhalb der städtischen Räume findet sich die Weiße Taubnessel nahezu überall an Weg- und Straßenrändern, Grünland- und Ackersäumen, in Gräben, an Hecken, auf Schuttplätzen, Brachland, in Gärten und an ähnlichen Stellen. In städtischen Siedlungsgebieten ist die Art nicht ganz so häufig, aber auf Bahngelände und Brachen regelmäßig anzutreffen. Sie ist ein typischer Stickstoffzeiger und gehört zu den wenigen eher niedrigwüchsigen Saumarten, die durch die allgemeine Nährstoffanreicherung in der Landschaft nicht zurückgehen. Hingegen ist die niedrigwüchsige Rote Taubnessel mehr von Erdbewegungen abhängig und findet sich deshalb vorzugsweise in Äckern, auf frischen Brachen, Baustellen, in den Beeten der Gärten, aber auch in Rasenflächen, wo sie an etwas offeneren Stellen gesellig wächst.
Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch Hummeln, da sie die einzigen sind, die mit ihrem Rüssel an den Nektar gelangen, der tief im Grunde der honigsüß duftenden Lippenblüte verborgen liegt. Die Taubnessel war in der früheren Heilmedizin ein Mittel u. a. gegen entzündliche Krankheiten. Aus den Triebspitzen der Pflanze wurde Tee zum Rachenspülen hergestellt, dem man außerdem eine blutreinigende Wirkung zusprach.

Gänseblümchen

Bellis perennis

Nach wie vor dürfte das Gänseblümchen (Bellis perennis L., Korbblütler - Asteraceae) eine der bekanntesten Pflanzen sein. Kein Wunder, ist es dem Menschen doch bis in die Siedlungen gefolgt – sowohl als zierliche Wildpflanze in den Rasen der Gärten und Anlagen als auch angepflanzt in den Gärten in meist kräftigeren Zuchtsorten. Die Blütezeit erstreckt sich fast über das gesamte Jahr, allerdings liegt die Hauptblüte im westlichen Ruhrgebiet von Ende März bis Anfang Mai – also doch ein Frühjahrsblüher!
Die Blüten, die viele in ihrer Jugend als Liebesorakel benutzt oder woraus sie Ketten zusammengesteckt haben – diese typischen Blüten, die denen von Margerite und Kamille gleichen (aber viel kleiner) sind in Wirklichkeit keine Einzelblüten, sondern Blütenstände, die Einzelblüten vortäuschen. Die weißen „Kronblätter“ sind in Wahrheit Zungenblüten, die ausschließlich der Anlockung von Bestäubern dienen, während die im Zentrum stehenden gelben Röhrenblüten zwar ebenfalls beim Anlocken helfen, aber auch die eigentlichen befruchtungsfähigen Blüten sind.
Im Grünland wächst das Gänseblümchen genau wie im Gartenrasen dort, wo der Bewuchs niedrig ist. Das ist am ehesten der Fall, wo Weidetiere weiden. Besonders zahlreich ist es auf mageren Grünlandsäumen unter Weidezäunen zu finden, weil dort das Vieh fressen, aber nicht düngen kann und so eine niedrigwüchsige Vegetation erhalten bleibt.
Vermutlich ist das Gänseblümchen mit der Grünlandwirtschaft bei uns eingewandert, also ein Begleiter der menschlichen Tätigkeit und vor 1500 bei uns erschienen; deshalb ist es als Archäophyt zu bezeichnen. Wenig bekannt ist, dass das Gänseblümchen auch als Salat- und Gewürzpflanze verwendet werden kann. Die zerkleinerten Blütenköpfchen können z. B. einer Kräuterbutter die besondere Note geben.

Letzte Änderung am Montag, 15. Mai 2017 um 11:08:13 Uhr.

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