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Vögel

09.11.2014 Kranichzug

Kranichzug 2014

Durchzug von rund 70.0000 Kranichen über dem Ruhrgebiet am 9.11.14

Da sich der Herbst in diesem Jahr zumeist spätsommerlich präsentiert hatte, machte sich auch der Kranichzug über dem Ruhrgebiet bisher kaum bemerkbar. Lediglich am 28.10. konnte über dem östlichen Ruhrgebiet (Dortmund und Bochum) stärkerer Durchzug mit rund 12.000 Individuen registriert werden. Im westlichen Ruhrgebiet war davon kaum etwas zu spüren, denn es konnten nur ganz vereinzelt Trupps mit insgesamt wenigen Hundert Tieren beobachtet werden
Dies sollte sich am Sonntag den 9.11. schlagartig ändern, denn es kaum zu einem Massenzugereignis, welches es in dieser ausgeprägten Form im Ruhrgebiet bisher nicht gegeben hat.

Viele Vogelbeobachter in den Ruhrgebietsstädten waren dank des Internets bereits vorgewarnt, denn ab etwa 10:00 Uhr wurde starker Durchzug über Münster registriert und nahezu in Echtzeit auf dem Beobachtungsportal www.ornitho.de gemeldet. Und so postierten sich u. a. in Duisburg, Mülheim, Oberhausen, Bochum und Dortmund zahlreiche Vogelgucker und erwarteten die Kranichwelle. Sie sollten nicht enttäuscht werden, dann ab 11:30 erreichten die ersten Vögel auch unsere Region. Zwischen 12:00 und 15:00 war der Luftraum über weiten Teilen des Ruhrgebiets dann nahezu durchgehend von Kranichrufen erfüllt.

Abbildung: Kartografische Darstellung des Kranichdurchzugs am 9.11.14 über Nordrhein-Westfalen und Nordhessen auf der Grundlage der bei www.ornitho.de gemeldeten Beobachtungen. Quelle: Selbstgenerierte Datenabfrage auf www.ornitho.de

So wurden in diesem Zeitraum über Oberhausen von Mitgliedern des NABU mindestens 18.000 durchziehende Vögel beobachtet, was eine Rekordzahl für das Stadtgebiet darstellt. In der gleichen Zeit überquerten mindestens 30.000 Vögel die östlichen Ruhrgebietsstädte Bochum und Dortmund. Einen optimalen Standort hatte der Mülheimer Beobachter Patrick Kretz gewählt, der von der Mendener Höhe eine tolle Fernsicht hatte und das gesamte Zuggeschehen zwischen Duisburg-Walsum im Westen und Essen-Bredeney im Osten bestens mitverfolgen konnte. Alleine er konnte somit innerhalb von 4 Stunden über 43.000 Kraniche in diesem rund 30km breiten Korridor registrieren. Insgesamt durchquerten somit am Sonntag zwischen 11:30 und 15:30 mindestens etwa 70.000 Vögel den Luftraum zwischen Duisburg und Dortmund. Diese Vögel stammen zum überwiegenden Teil vom großen niedersächsischen Sammelplatz in der Diepholzer Moorniederung nordöstlich von Osnabrück. Dort konnten bei der letzten Synchronzählung Anfang November rund 105.000 Kraniche erfasst werden. Von dort war ein Großteil der Vögel am Morgen aufgebrochen, um sich auf den Weg in ihre Winterquartiere in Frankreich und Spanien zu machen.

Kranichzug 2014

Abbildung: Grafische Darstellung des herbstlichen Durchzugs des Kranichs über dem Ruhrgebiet auf der Grundlage der auf www.ornitho.de gemeldeten Beobachtungen. Quelle: Datenabfrage auf www.ornitho.de für die Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Mülheim und Oberhausen (inklusiver Doppelmeldungen durch verschiedene Beobachter).

Synchronzählung der Kiebitze 2014

Kiebitz

im westlichen Ruhrgebebiet

Die Brutbestände des Kiebitz nehmen landesweit in den letzten Jahren besorgniserregend ab. Um die Abnahme und die verbliebenen Bestände besser beziffern zu können, werden in diesem Jahr landesweit auf 130 Probeflächen die Kiebitze erfasst. Einige Kreise / Städte führen zudem flächendeckende Synchron-Erfassungen durch, um vollständige und punktgenaue Daten zu erhalten sowie die Hochrechnungen zu unterstützen. Diese Synchronzählung fand im Westlichen Ruhrgebiet am Wochenende vom 05. bis 07.04. und einige Tage zuvor statt. Mit einer Beteiligung von 33 überwiegend ehrenamtlichen Kartierern konnten die gesamten Stadtgebiete von Bottrop, Duisburg, Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen abgedeckt werden.
Die Karte stellt die möglichst nah am Stichtag gezählten Individuenzahlen dar. Stellenweise waren wenige Tage zuvor noch höhere Anzahlen beobachtet worden, die aber (aufgrund von Bodenbearbeitung) die Flächen verlassen haben.
Alle Beobachtungen wurden mit Angaben zum Verhalten und nach Möglichkeit zum Geschlecht versehen. Als minimale Anzahlen von Brutpaare werden hierbei diejenigen gewertet, die brütend, als Paar oder intensiv balzend oder warnend beobachtet wurden. Da bei der einmaligen Zählung leicht die Partner übersehen werden können, ist anzunehmen, dass auch einzelne Männchen tatsächlich Brutpaare repräsentieren. In der Annahme, dass Einzelvögel, meist Männchen, ein versteckt brütendes Weibchen haben oder bei der Bodenbearbeitung der letzten Tage gerade erst ihr Nest verloren haben, werden diese als oberer Wert der Spanne hinzugerechnet. Lediglich größere rastende Trupps wären nicht mitgerechnet worden, wenn sie aufgetreten wären.
Da noch zu einigen Angaben Rückfragen beantwortet werden müssen, sind diese Zahlen, insbesondere die Gruppierung zu Brutpaaren, als vorläufig anzusehen.

  Individuen Brutpaare
Bottrop 41 15-25
Duisburg 61 32-35
Essen 12 6
Müheim an der Ruhr 9 4-6
Oberhausen 4 2
Gesamt 127 59-74

Kiebitz-Synchronzählung 2014

Die Beobachtungen zeigen auch für das westliche Ruhrgebiet eine drastische Abnahme, teils um über die Hälfte in weniger als 10 Jahren. Ein genauer Vergleich mit älteren Daten ist in Kürze geplant. Dabei wurden zum einen viele Bereiche von der Art großflächig verlassen, wie z.B. der Süden von Essen und Mülheim. Zum anderen nahm die Anzahl der Paare in den noch besiedelten Gebieten stark ab, z.B. im Duisburger und Bottroper Norden.
Die Mehrzahl der Bruten fand auf Ackerflächen statt: Maisstoppel, frisch gepflügte/gegrubberte Äcker und Wintergetreide. Auf den Stoppelflächen ist mit einem baldigen Umbruch zu rechnen, so dass die Erstgelege vielfach verloren gehen, die Kiebitze also auf ein Zweitgelege angewiesen sind. Nur in der Rheinaue Walsum brüten Kiebitze noch im Grünland. Ein im Ballungsraum inzwischen nicht unbedeutender Teil der Brutpaare fand sich auf Industrie- und Gewerbebrachen, wo teils sehr gute Habitatbedingungen herrschen. Die Mehrzahl dieser Flächen ist allerdings nur für ein paar Jahre nutzbar, bevor sie durch Bebauung oder Verbuschung als Brutplätze verloren gehen.

Beteiligte Kartierer:
Dietmar Beckmann, Willi Bernok, Elke Brandt, Thomas Brüseke, Manfred und Marianne Busse, Klaus-Jürgen Conze, Ivonne und Jörg David, Ulrike Eitner, Silke Hingmann, Uwe van Hoorn, Veronika Huisman-Fiegen, Thorsten Jaworek, Wilhelm Klawon, Patrick Kretz, Randolph Kricke, Horst Kristan, Kees Koffijberg, Christine Kowallik, Johannes Meßer, Reinhard Plath, Ekkehard und Maria Psotta, Tobias Rautenberg, Otto Rustenbach, Julian Sattler, Ilse Tannigel, Maren Thomas, Michael Tomec, Katrin Unseld, Renate Vogt und Josef Werner.

Letzte Änderung am Donnerstag, 5. Oktober 2017 um 11:04:52 Uhr.

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