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Beobachtungen

24.01.2018 Seltener Gast im Ruhrgebiet

Eistaucher

Foto: Uwe Van Hoorn, 24.01.2018

„Ornithologischer Leckerbissen“ auf dem Baldeneysee

Seetaucher sind im nordrhein-westfälischen Binnenland kein alltäglicher Anblick und erzeugen immer Aufmerksamkeit unter den lokalen Ornithologen. So war bereits die Meldung eines Prachttauchers am 19.1.18 auf der Plattform www.ornitho.de für das Ruhrgebiet eine „kleine Sensation“ und animierte mehrere Beobachter am letzten Wochenende zu einer zunächst ergebnislosen Nachsuche. Am Mittwoch den 24.1.18 war der Essener Ornithologe Robert Oades jedoch letztlich erfolgreicher als erwartet. Denn statt eines Prachttauchers hatte er am Nordufer auf Höhe des Restaurants „Fährmann am See“ plötzlich einen viel selteneren Eistaucher vor sich. Dies ist der erste Nachweis im Ruhrgebiet seit 1986. Damals hielt sich vom 30.11.-17.12. ein diesjähriges Individuum ebenfalls auf dem Baldeneysee auf (H. Demuth, H. Schulte, W Jaeger, R. Müller, M. Woike u.v.a. im Sammelbericht des Bundesseltenheitenausschusses 1989). Auch wenn vorstellbar ist, dass am 19.1. ein anderer Seetaucher beobachtet wurde, spricht die Wahrscheinlichkeit doch dafür, dass auch dieses Tier bereits der Eistaucher gewesen ist, der allerdings auf Grund ungünstiger Beobachtungsbedingungen nicht als solcher erkannt wurde. Derzeit laufen noch Rücksprachen mit dem Erstbeobachter, ob es sich nicht wahrscheinlich doch um ein und dasselbe Individuum handeln könnte.
Die Brutgebiete des Eistauchers erstrecken sich im nördlichen Nordamerika bis zur Arktis und liegen in den Küstenbereichen Grönlands sowie auf Island. Die grönländischen und isländischen Vögel überwintern in den Küstengewässern vor Island, Großbritannien, Irland, Norwegen und Dänemark. Aus Nordrhein-Westfalen liegen zwischen 1872 und 2016 bisher mindestens 56 Nachweise vor. Dabei nahm die Anzahl der Beobachtungen nach der Jahrtausendwende deutlich zu, mit seither 25 dokumentierten Nachweisen. Dies lässt sich nicht allein durch besser Optik und Kenntnis erklären, sondern hängt wahrscheinlich mit dem Zuwachs der nordamerikanischen Brutpopulation in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammen.

Letzte Änderung am Dienstag, 22. Januar 2019 um 10:18:51 Uhr.

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