8 Buchen-Naturverjüngung

Buchenkeimling

Wegen seiner alten Rotbuchenbestände steht der Hiesfelder Wald schon lange unter Naturschutz. Inzwischen haben die Bäume mit über 120 Jahren ein Alter erreicht, dass viele weißfaul und damit instabil werden. Ließe man der Natur ihren Lauf, würden sie langsam zusammenbrechen und in einigen Jahrzehnten würde ein neuer Wald aufwachsen. Es soll hier jedoch nicht großflächig ein Urwald entstehen, sondern ein naturnaher, aber gepflegter Wald. Die forstliche Naturverjüngung ist ein gutes Verfahren, Wälder naturverträglich und kostengünstig zu pflegen.

Naturverjüngung

Auf 2,7 ha erstreckt sich hier ein Rotbuchenbestand aus dem Jahre 1830, der im Krieg stark beschädigt wurde. Darunter wächst auf 1,9 ha bereits seit 1984 Naturverjüngung von Rot- und Hainbuche.

Naturverjüngung

Nach der Fällung einiger alter Buchen wurde das unzersetzte Laub abgeschoben und die Fläche gepflügt und gekalkt. Die von den benachbarten alten Buchen herunterfallenden Bucheckern wurden in den Boden eingefräst. Der Bau eines Gatters sollte vor Wildverbiss schützen. Als letztes wurden 1987 zu dicht gewachsene Keimlinge ausgelichtet. Die Altbuchen darüber werden nun nur so weit gefällt, wie es der Lichtbedarf der jungen Bäume erfordert. Sie stehen somit samt ihren zahlreichen Höhlen den Tieren und Pflanzen zur Verfügung. Wo nicht Waldbesucher gefährdet werden, dürfen sie auch in sich zusammenbrechen und neuem Leben Grund und Nahrung bieten.

Naturverjüngung

Diese Form der Verjüngung ermöglicht es dem Menschen, bestimmte Baumarten wie die Buche gezielt zu fördern - ohne die hohen Kosten der herkömmlichen Pflanzung. Außerdem wird so sicher gestellt, dass die Bäume an die Region angepasst sind. Die „Eltern“ kommen schließlich schon sei vielen hundert Jahren mit den Gegebenheiten vor Ort zurecht. Dadurch sind sie widerstandsfähiger als wenn man junge Buchen aus klimatisch anderen Regionen gepflanzt hätte.

Letzte Änderung am Freitag, 6. September 2019 um 13:34:37 Uhr.

seit dem 11.12.2014

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