11 Kleingewässer und Amphibien

Stehende Kleingewässer

Bombentrichter

Im Hiesfelder Wald sind insbesondere 2 Typen stehender Kleingewässer zu finden:
1. natürliche stehende Gewässer, die der Rotbach geschaffen hat (Bachmäander)
2. Bombentrichter und Munitionslager aus dem Zweiten Weltkrieg, die sich aufgrund des dichten Tonbodens mit Wasser gefüllt haben.
Der Grund der Gewässer ist oft mit dicken Falllaub-Schichten bedeckt, die sich im sauerstoffarmen Wasser nur langsam zersetzen und Faulschlamm bilden.

Amphibien

Insbesondere Amphibien nutzen diese Gewässer, um im Frühjahr ihre Eier (Laich) abzulegen. Daraus schlüpfen die Larven (bei Fröschen und Kröten: Kaulquappen), die sich in einigen Monaten entwickeln und als Jungtiere an Land gehen. Den Rest des Jahres verbringen die Amphibien an Land.

Grasfrosch

Grasfrosch-Kaulquappe

Der variabel gefärbte Grasfrosch laicht zeitig im Frühjahr (je nach Wetterlage Februar-Anfang April) in sehr vielen Gewässern des Hiesfelder Waldes. Seine Laichballen aus 2000-4000 Eiern sind zunächst nur wenige Zentimeter dick. Im Wasser quellen sie auf mehr als Handtellergröße auf. An den Ufern der Gewässer sind sie oft in großen Ansammlungen zu finden. Eier, Kaulquappen und Frösche haben viele Fraßfeinde. Von den vielen Tausend Eiern werden nur einzelne so alt, dass sie sich ihrerseits fortpflanzen können.

Feuersalamander

Der Feuersalamander ist ein charakteristischer Bewohner der Laubwälder. Er legt – anders als die anderen Amphibienarten – keine Eier, sondern gebärt Larven. Diese entwickeln sich in den kleinen Quellbächen, die sich durch den Hiesfelder Wald schlängeln, aber auch in den stehenden Kleingewässern.

Bergmolch

Bergmolch-Männchen

Der häufigste Molch ist der Bergmolch, der in fast allen stehenden Gewässern des Hiesfelder Waldes, selbst in den vollständig beschatteten Waldtümpeln, anzutreffen ist. Ausgewachsene Molche halten sich überwiegend von März bis Anfang Juni im Wasser auf. Die Männchen vieler Molcharten zeigen in dieser Zeit ein farbenprächtiges Kleid mit Rückenleisten und -kämmen.

Fadenmolch

Die Männchen des eher unscheinbaren Fadenmolches sind im Frühjahr an ihrem Schwanzfaden erkennbar. Die Art ist an Waldgebiete gebundenen und in Norddeutschland fast nur in den Mittelgebirgen anzutreffen. Darum ist das Vorkommen hier im Hiesfelder Wald – also im Tiefland – von besonderer Bedeutung.

Teichmolch

In den schattigen Waldgewässern fühlt sich der Teichmolch nicht besonders wohl. Er ist daher selten und hat seine größten Vorkommen in den Gewässern der offenen Landschaft in der Umgebung des Hiesfelder Waldes. Auf der Tafel ist diese Art daher nicht abgebildet und erwähnt.

Erdkröte

Erdkröten-Paar

Die Erdkröte laicht im März oder April in wenigen stehenden Gewässern des Hiesfelder Waldes. Ihr Laich wird als meterlange Schnur um Pflanzen und Äste gewickelt. Die Kröten entfernen sich oft viele Hundert Meter bis zu mehreren Kilometern von ihren Laichplätzen.
Eine Besonderheit ist, dass laichende Erdkröten auch im Rotbach selber beobachtet wurden.

Wasserfrösche

In den Randbereichen des Hiesfelder Waldes sind auch Grün- oder Wasserfrösche zu finden. Sie gehören zu zwei Taxa, dem Kleinen Wasserfrosch (Rana lessonae) und dem Teichfrosch (Rana kl. esculenta), einer Bastardform aus Kleinem Grünfrosch und Seefrosch, die sich aufgrund eines besonderen Mechanismus bei der Reifeteilung durch Rückkreuzung mit nur einer der Elternarten erhält.

Letzte Änderung am Freitag, 6. September 2019 um 13:34:40 Uhr.

seit dem 11.12.2014

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