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Libellen (Odonata) im westlichen Ruhrgebiet Eine kleine Einführung für Anfänger |
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Blutrote Heidelibelle |
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Libellen gehören zu den größten heimischen Insekten. Sie bestechen dabei vor allem durch ihre schönen leuchtenden Farben, welche von Rot, Grün, Gelb, Braun bis hin zu strahlendem Blau reichen. Obwohl sie zwar ihr ganzes Leben lang räuberisch sind und sich von anderen Insekten ernähren, sind sie jedoch im Gegensatz zu der weitläufigen Meinung, völlig harmlos: Libellen stechen nicht! Der Körperbau der Libellen ist, wie bei allen Insekten, in drei Abschnitte gegliedert, welcher sich in Kopf, Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen) teilt. Ein weiteres typisches Insektenmerkmal bilden zudem die Komplexaugen, welche bei den Libellen aus bis zu 28000 Einzelaugen (Omatiden) bestehen. Diese hohe Anzahl der Omatiden bedingt ihr ungewöhnlich hohes Sehvermögen. Um dies in Zahlen zu verdeutlichen: Bei uns Menschen reichen 25 Bilder pro Minute aus um einen Film zu sehen, währenddessen Libellen 300 Bilder pro Minute benötigen würden. Ein weiteres Charakteristikum der Libellen ist zudem ihre extreme Flugleistung, welche vor allem durch die unabhängig voneinander bewegbaren Flügelpaare ermöglicht wird. Die typische Farbvariation dient vor allem zum Finden und Erkennen der Partner sowie zur Abschirmung der UV-Strahlen. Besonders auffallend sind vor allem die Männchen, welche mit ihren strahlenden Farben hervorstechen. Lebensräume der Libellen sind insbesondere Tümpel, Teiche, Flüsse und Bäche. Hier legen sie ihre Eier und hier entwickeln sich ihre Larven. Allgemein bilden die Libellen mit ihren 4900 rezenten Arten eine eigene Ordnung als Odonata. Diese wird wiederum in drei Unterordnungen gegliedert:
In unseren Breiten kommen jedoch lediglich die Groß- und Kleinlibellen vor. Zu unterscheiden sind diese Unterordnungen vor allem an der Flügelanordnung. Zwar lässt auch häufig die Größe auf die Unterordnung schließen, aufgrund von Ausnahmen ist jedoch die Bestimmung über die Flügelanordnung sicherer. Die Kleinlibellen weisen dabei jeweils zwei gleiche Flügelpaare auf, wobei die Vorder- und Hinterflügel nahezu gleich sind. Im Gegensatz dazu zeichnen sich die Großlibellen durch paarig ungleiche Flügelpaare aus. Ein weiterer Unterschied besteht zudem in der Flügelstellung in Ruhe. So sind die Flügel der Großlibellen stets ausgebreitet, währenddessen die der Kleinlibellen meist eingeklappt sind. Insgesamt wurden in Deutschland 80 verschiedene Arten nachgewiesen, wovon viele auch bei uns im Ruhrgebiet heimisch sind. Im Ganzen wurden von 2003-2006 durch die BSWR 42 verschiedene Arten nachgewiesen, welche im Folgenden einzeln beschrieben werden. Am artenreichsten ist dabei das Waldteichgelände in Oberhausen (vgl. Kilimann & Tomec 2005 als Pdf-Datei sowie Jahresberichte der BSWR). Hier können an sonnigen Tagen bis zu 16 verschiedenen Arten beobachtete werden. In den letzten Jahren sind auch bei uns eine Reihe wärmeliebender Arten aufgetreten, die sich z. T. sogar bei und fortpflanzen. Sie sind sicher als Indikatoren der Klimaerwärmung anzusehen. Zu dieser Gruppe zählen z. B.:
Libellen sind ausgesprochen wärmeliebend und daher vor allem bei Sonne zu sehen. Für eine erfolgreiche Beobachtung empfiehlt sich ein Fernglas mit einer guten Naheinstellung zu verwenden. (Elisa Michel & Martin Schlüpmann)
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Familie der Prachtlibellen (Calopterygidae)
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Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens) Die Gebänderte Prachtlibelle gehört mit einer Flügelspannweite von 6-7 cm zu den größten Kleinlibellen. Zu finden ist sie dabei vor allem an langsam fließenden Gewässern mit einer umfangreichen Ufervegetation. Größere Populationsdichten findet man insbesondere im Ruhrtal. Hier findet man sie von Mai bis August vorzugsweise an sonnenexponierten Schilfblättern. Zu erkennen ist sie dabei vor allem an ihrer metallisch glänzenden Färbung, welche bei den Männchen blau und bei den Weibchen grün erscheint. Selbst die Flügel dieser Art sind von einem leuchtenden Schimmer umgeben. Bei den Männchen ist zudem ein dunkelblaues Band in der Flügelmitte zu sehen, welches der Art auch den deutschen Namen gegeben hat. Die Weibchen weisen indes am Flügelende ein weißes Flügelmal auf. Mit diesen Merkmalen lässt sich diese Art recht eindeutig bestimmen. Eine Verwechslungsgefahr besteht lediglich mit der Blauflügel-Prachtlibelle. Im Gegensatz zu dieser weist die Gebänderte Prachtlibelle jedoch nur eine blaue Flügelbinde auf, währenddessen die Blauflügel-Prachtlibelle komplett blaue Flügel hat. Ein weiterer Unterschied bei den Männchen besteht in der Färbung der Hinterleibssegmente, welche bei der Gebänderten Prachtlibelle weiß und bei der Blauflügel-Prachtlibelle rot gefärbt ist. Bei dieser Art häufig zu beobachten ist ein ausgeprägtes Balzverhalten der Männchen, wobei es nicht selten zu Kämpfen kommt. Die Präsentation der gespreizten Flügel dient dabei zur Abschreckung konkurrierender Männchen und Werbung der Weibchen. (Elisa Michel)
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Familie der Teichjungfern (Lestidae)
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Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) Die Gemeine Winterlibelle ist eine in unserer Umgebung nur selten zu findene Teichjungfer. Sie ist die einzige einheimische Libelle, welche den Winter voll entwickelt überwintert. Die kalte Jahreszeit verbringt sie dabei verborgen in der Vegetation, abseits vom Gewässer. Sie ist sehr kältetolerant und selbst an sonnigen, warmen Wintertagen kann man sie vereinzelt jagend beobachten. Sie fliegt von Juli bis September, wobei sie sich im Winter vor allem in geschützten Schlupfwinkeln aufhält und nur selten zu beobachten ist. Vorzufinden ist die Gemeine Winterlibelle dabei insbesondere in der Ufervegetation stehender Gewässer. In unserer Umgebung wurde sie z.B. vereinzelt im Lohfeld und am Waldteichgelände gesichtet. Aufgrund ihrer unscheinbaren hellbraunen Färbung ist sie jedoch nur schwer zu Gesicht zu bekommen. Charakteristisch für diese Art sind dabei die dunkelbraunen Flecken am Hinterleib als auch die braunen Längsbinden am Thorax. Weiterhin weisen die Gemeinen Winterlibellen hellbraune Flügelmale auf, welche sich über zwei Zellen erstrecken. Zu verwechseln ist sie lediglich mit der Sibirischen Winterlibelle. Diese wurde in unserer Region jedoch noch nicht nachgewiesen. Die Arten unterscheiden sich dabei vor allem an der Bauchseite, welche bei der Gemeinen Winterlibelle etwas heller ist. Auch weist die Sibirische Winterlibelle auf Thoraxstreifen eine leichte Ausbuchtung auf, welche der Gemeinen Winterlibelle fehlt. (Elisa Michel)
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Südliche Binsenjungfer (Lestes barbarus) Die Südliche Binsenjungfer ist eine weitere wärmeliebende Libellenart, welche sich aus dem Mittelmeerraum bis zu uns ausgebreitet hat. Insgesamt gelangen in unserer Region in den Jahren 2003-2006 etwa 35 Nachweise. Vorzufinden ist sie dabei vor allem an stehenden und stark verwachsenen Kleingewässern mit einem ausgeprägten Verlandungsgürtel. Typische Habitate sind daher insbesondere Auen und Senkungsgebiete, wobei sie selbst längere Trockenperioden problemlos übersteht. Ähnlich wie die Gefleckte Heidelibelle und die Glänzende Binsenjungfer kann sie daher als Indikator für wechselnde Wasserstände aufgefasst werden. Als wärmeliebende Art ist sie dabei vor allem in den Sommermonaten in den warmen Mittagsstunden zu beobachten. Das Verhalten als auch das Aussehen ähnelt dabei dem der anderen Binsenjungfern. Bei der Südlichen Binsenjungfer ist jedoch die Eiablage in Tandemstellung deutlich seltener zu beobachten. Wie die anderen Lestes-Arten besticht auch die Südliche Binsenjungfer durch ihren metallisch grünen Schimmer. Diese Art weist jedoch einen leichten Rotstich auf. Zu erkennen ist diese Art vor allem an ihrem zweifarbigen Flügelmal, welcher nach außen weiß und nach innen braun erscheint. Auch der bronzefarbene Thorax und die ockerfarbenen Beine können als Bestimmungsmerkmal fungieren. (Elisa Michel)
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Glänzende Binsenjungfer (Lestes dryas) Die Glänzende Binsenjungfer ist eine in nahezu ganz Europa heimische Lestes-Art. Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich dabei insbesondere auf die kontinentalen und subkontinentalen Bereiche, wobei sie stellenweise auch an Küstengebieten gesichtet wurde. In Deutschland ist das Vorkommen nur sehr gering und auch im westlichen Ruhrgebiet kann man sie nur sehr vereinzelnd und in zumeist geringer Abundanz beobachten. Typische Lebensräume sind dabei vor allem stehende Gewässer mit großen Binsen- und Seggenbeständen. Bevorzugt anzutreffen ist sie zudem an wechselfeuchten Standorten in Waldnähe. Optimale Bedingungen findet sie daher insbesondere in Auen vor. Ähnlich wie die Blutrote Heidelibelle ist auch die Glänzende Binsenjungfer eine Charakterart der Überschwemmungsgebiete. Das Aussehen als auch das Verhalten ähnelt dabei sehr dem der Gemeinen Binsenjungfer, wobei beide Arten durch ihren kupferfarbigen Thorax und ihre hellblauen Facetten auf dem Abdomen bestechen. Im Gegensatz zu den Männchen der Gemeinen Binsenjungfer ist bei den Männchen der Glänzenden Binsenjungfer jedoch nur der vordere Bereich des zweiten Hinterleibssegments blau bereift. Ein weiters Charakteristikum sind die löffelartig verbreiteten Hinterleibsanhänge. Die Weibchen sind indes nur sehr schwer zu differenzieren. So ist der Legeapparat der Glänzenden Binsenjungfer deutlich größer und überragt im Gegensatz zu dem der Gemeinen Binsenjungfer das zehnte Hinterleibssegment. Wie die meisten Binsenjungfern legen auch die Glänzenden Binsenjungfern ihre Eier meist in Tandemstellung ab. Die Entwicklung zum Imago kann sich je nach Temperatur über bis zu drei Jahre erstrecken. Bei guter Witterung kann man bei dieser Art häufig ein so genantes Massenschlüpfen beobachten, wobei mehrere Generationen gleichzeitig schlüpfen können. Hierdurch kann es bei dieser Art zu sehr großen jährlichen Verschiebungen in der Populationsdichte kommen. Die Hauptflugzeit erstreckt sich dabei von Juni bis August. Bei guter Witterung kann man sie vereinzelnd jedoch auch schon im Mai fliegen sehen. (Elisa Michel)
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Gemeine Binsenjungfer (Lestes sponsa) Die Gemeine Binsenjungfer ist ein weiterer Vertreter der Teichjungfern. Anzutreffen ist sie bevorzugt in Binsenbeständen stehender Gewässer. Charakteristisch für diese Art ist jedoch ihre große Anpassungsfähigkeit, weshalb man sie häufig auch an Mooren oder Seen vorfindet. Als Pionierart vermag sie auch neue Gewässer schnell zu besiedeln. Ihre Flugphase erstreckt sich dabei über die gesamten Sommermonate. Dank ihrer außergewöhnlichen Farbzeichnung mit metallischen Farbakzenten, welche von grün über rot bis braun variiert, wirkt sie sehr elegant und sticht sofort ins Auge. Die Männchen weisen dabei meist eine blau-grüne Färbung auf, während die Weibchen in den unterschiedlichsten Rottönen anzutreffen sind. Kennzeichnend für diese Art ist zudem die Blaureifung der Hinterleibsbasis, welche die letzten beiden Hinterleibsringe überzieht. Diese Wachsbereifung ist jedoch lediglich bei den Männchen feststellbar. Um eine Verwechslung mit den anderen Lestes-Arten auszuschließen, empfiehlt es sich auf die Flügelmale zu achten. Im Gegensatz zu den anderen Lestes-Arten sind diese bei der Gemeinen Binsenjungfer nämlich dunkel gefärbt. Häufig zu beobachten bei dieser Art ist zudem die Eiablage im Tandem. Hierbei werden die Eier hintereinander in weiche Pflanzenbestände eingestochen. Häufig taucht das Weibchen dabei auch unter Wasser. (Elisa Michel)
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Kleine Binsenjungfer (Lestes virens) Die Kleine Binsenjungfer ist eine auffallend kleine und zarte Lestes-Art. Ihre Flügelspannweite beträgt lediglich 3,5-4 cm und auch die Körperlänge von 3 cm wird selten überschritten. Zu finden ist sie an sauren Moorgewässern mit einem ausgeprägten Binsenbestand. Bedingt durch den starken Rückgang von Mooren durch künstliche Entwässerung und intensive Nutzung wird auch die Kleine Binsenjungfer immer seltener und gilt bereits als stark gefährdet. Charakteristisch für diese Art ist vor allem die lange Flugphase, welche von Juli bis in den Herbst reicht. Damit ist sie oft eine der letzten Lestes-Art, die man im Jahr zu Gesicht bekommt. Zu erkennen ist die Kleine Binsenjungfer dabei neben der geringen Größe vor allem an den gelblichen Flügelmalen und der geringen Ausprägung der Hinterleibsbereifung, welche sich lediglich auf die Segmente 9 und 10 beschränkt. Auch fehlen dieser Art sämtliche Wachsbereifungen. Das Verhalten der Kleine Binsenjungfer ähnelt dabei sehr dem der anderen Lestes-Arten. So kann man auch diese Art häufig in Tandemstellung beobachten. Die Entwicklung zum Imago ist relativ kurz und dauert ein Jahr. (Elisa Michel)
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Weidenjungfer (Lestes viridis) Weidenjungfern gehören zu der Familie der Teichjungfern. Sie sind mit einer Flügelspannweite von 5-6 cm unter den Kleinlibellen relativ groß. Durch ihre metallisch grüne Färbung stechen die Männchen besonders schnell ins Auge. Weibchen sind indes etwas glanzloser und sind meist bronzefarben. Kennzeichen dieser Art sind die hellbraunen Flügelmale. Weiteres Merkmal – im Vergleich mit den anderen Lestes-Arten – ist die fehlende Wachsbereifung bei adulten Männchen. Die Weidenjungfern kommen bevorzugt in Weidenbeständen an stehenden, selten aber auch an fließenden Gewässern vor. Dieser charakteristische Lebensraum ist auch für den deutschen Namen verantwortlich. Die Rinde dieses Baumes dient zudem als Eiablage. Tagsüber ist diese Art häufig im Tandem zu beobachten. Diese Art wurde in unserer Umgebung von 2003-2006 insgesamt hundertmal gefunden, wobei an mehr als der Hälfte der Gewässer eine erfolgreiche Fortpflanzung nachgewiesen wurde. (Elisa Michel)
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Familie der Federlibellen (Platycnemididae)
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Blaue Federlibelle (Platycemis pennipes) Die Blaue Federlibelle ist ein wahrer Überlebenskünstler. So können bei ihnen häufig einzelne Beine fehlen, welche beim Überlebenskampf in einem Spinnennetz an speziellen Sollbruchstellen abbrechen. Ein größeres Vorkommen existiert bei uns vor allem am Ruhrbogen in Alstaden. Hier finden sie mit einer abwechslungsreichen Ufervegetation optimale Lebensbedingungen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Libellearten bevorzugen Blaue Federlibellen langsam fließende Gewässer. Anzutreffen sind sie dann meist in einem größeren Gruppenverband. Besonders typisch für diese Art ist dabei vor allem die Eiablage in Tandemstellung, die oft in Großgruppen vollbracht wird (siehe Foto). Dieses Verhalten kann man als Feindabwehrstrategie deuten. Die Larven schlüpfen bereits schon nach 2-6 Wochen. Das Larvenstadium dauert hingegen länger und wird oft erst im darauf folgenden Frühjahr beendet. Die anschließende Flugphase dauert dann von Juni bis September. Zu erkennen ist die Blaue Federlibelle an der hellblauen Färbung der Männchen mit einem leichten Grünstich am Thorax. Weibchen sind indes eher unscheinbar und weisen eine hellgrüne bis weißliche Färbung auf. Charakteristisch für diese Art sind zudem die weißen Beine. Die auffälligen Beinschienen dienen dem Imponierverhalten der Männchen. Sie sind jedoch auch bei den Weibchen feststellbar und dienen somit als eindeutiges Bestimmungsmerkmal. Die charakteristische Zeichnung auf dem Abdomen ist indes nur bei adulten Formen eindeutig zu differenzieren. Insgesamt zählen sie zu den Kleinlibellen, wobei sie der Familie der Federlibellen zu zuordnen sind. In unserer Region als auch in ganz Deutschland sind sie jedoch die einzigen Vertreter dieser Familie. (Elisa Michel)
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Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae)
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Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) Die Frühe Adonislibelle ist neben der Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum) die einzige Kleinlibelle mit einer leuchtenden roten Färbung. Zu unterschieden sind diese Arten dabei vor allem an der Färbung der Beine. Während sie bei der Scharlachlibelle rot gefärbt sind, weisen die Beine der Frühen Adonislibelle eine schwarze Färbung auf. Sie meidet offene Wasserflächen und hält sich überwiegend in einer üppigen Vegetation auf. Dieses Verhalten spiegelt sich auch in der Nachweishäufigkeit dieser Art wieder, welche sich in unserer Region auf knapp 50 beläuft (2003-2006). Insgesamt findet man diese Art sowohl an stehenden als auch an langsam fließenden Gewässern vor. Ausschlaggebender Faktor dabei ist vor allem eine umfangreiche Ufervegetation. Ihre Flugzeit erstreckt sich dabei von Mai bis August, womit die zu den ersten Libellenarten des Jahres zählt. Zwischen den Geschlechtern bestehen kaum Farbunterschiede, anhand der Hinterleibsanhänge lassen sie sich jedoch unterschieden. (Elisa Michel)
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Große Pechlibelle (Ischnura elegans) Die Große Pechlibelle ist in nahezu ganz Europa verbreitet und kommt auch in unserer Region sehr häufig vor. In dem Zeitraum von 2003-2006 gelangen in den Städten Mülheim, Oberhausen und Duisburg knapp 250 Nachweise, wovon 50 als bodenständig angesehen wurden. Damit ist sie im westlichen Ruhrgebiet die am häufigsten anzutreffende Libellenart. Sie gehört zu Familie der Schlanklibellen und ist mit einer Flügelspannweite von 3,5-4 cm ein typisches Exemplar der Kleinlibellen. Zu finden ist sie in stehenden und langsam fließenden Gewässern, wo sie von Mai bis September zu beobachten ist. Als Wärmeliebende Art bevorzugt sie vor allem sonnenreiche, nicht zu stark verkrautete Uferpartien. Normalerweise ist diese Art schwarz-blau gefärbt, die Variationsbreite dieser Art ist jedoch sehr groß. Ein typisches Erkennungsmerkmal ist jedoch die blaue Färbung am achten Hinterleibsring. Das Foto zeigt ein typisches Männchen. Diese haben meist einen blauen Thorax, ihr Brustsegment kann jedoch auch andere Farbvariationen aufweisen. Weibchen sind häufig etwas unscheinbarerer. Zu beobachten ist die Große Pechlibelle vor allem in der Nähe des Wasserspiegels in der Ufervegetation. Die Eiablage erfolgt ohne Begleitung des Männchens, wobei das Weibchen die Eier in Pflanzen einsticht. Nach dem Schlüpfen der Larven halten sich diese in der Vegetation ihrer Wohngewässer auf. Sie entwickeln sich sehr schnell, sodass in warmen Gebieten 2 bis 3 Generationen pro Jahr auftreten können. Bei genauer Beobachtung findet man häufig in der unmittelbaren Nähe des Gewässers auch Larvenhäute, sogenannte Exuvien wieder. Solche Nachweise sind eindeutige Belege für eine Bodenständigkeit. (Elisa Michel)
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Kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio) Die Kleine Pechlibelle gehört ebenso wie die die Große Pechlibelle zur Familie der Schlanklibellen. Diese Art ist bei uns im Gelände jedoch weitaus seltener zu beobachten als die Große Pechlibelle und gilt in vielen Gebieten bereits als gefährdet. Insgesamt gelangen in den vergangenen Jahren im westlichen Ruhrgebiet keine 10 Nachweise. Vorzufinden ist diese Art dabei vor allem an neu entstandenen, wenig bewachsenen Gewässern. Sie wird daher häufig als sogenannte Pionierart beschrieben. Mit fortschreitender Sukzession verschwindet diese Art jedoch allmählich und wird von anderen Libellenarten verdrängt. Das Verhalten als auch das Erscheinungsbild ähneln dabei sehr dem der Großen Pechlibelle. Sie ist jedoch mit einer Flügelspannweite von 3-3,5 cm etwas kleiner. Zudem ist im Gegensatz zur Großen Pechlibelle das letzte Drittel sowohl des achten als auch des neunten Hinterleibringes blau gefärbt. Ein weiteres, jedoch schwer beobachtbares Erkennungsmerkmal sind zudem die zweifarbigen Flügelmale der Männchen. Sie erscheinen, wie auf dem Foto zu erkennen, innen schwarz und außen weiß.(Elisa Michel)
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Pokal-Azurjungfer (Cercion lindenii) Die Pokal-Azurjungfer ist ein weiterer Vertreter der Schlanklibellen. Sie ist eine besonders schöne Art und fällt vor allem durch ihre leuchtende blaue Färbung auf. Ihre Flügelspannweite beläuft sich auf 3,5-4 cm, sie ist damit von der Größe vergleichbar mit der Großen Pechlibelle. Im westlichen Mittelmeerraum gehört sie zu den häufigsten Kleinlibellen währenddessen sie bei uns nur stellenweise bodenständig ist und auch als gefährdet gilt. Zu beobachten ist sie von Juni bis August, wobei sie vor allem an vegetationsreichen Uferzonen stehender und fließender Gewässer anzutreffen ist. Große Bestände lassen sich dabei insbesondere an Kies- und Sandgruben feststellen. Typische Lebensräume sind daher Baggerseen oder andere Sekundärgewässer. Charakteristisch für diese Art ist die Eiablage im Tandem. Hierbei heftet sich das Männchen mit seinen Hinterleibsanhängen von vorne an das Weibchen. Mit dieser Strategie will sich das Männchen vergewissern, dass seine Samen in die nächste Generation getragen werden. (Elisa Michel)
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Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella) Die Hufeisen-Azurjungfer ist eine weitere Art aus der Familie der Schlanklibellen. Sie ist fast in ganz Europa verbreitet und auch in unserer Region mit knapp 120 Nachweisen (2003-2006) eine häufig vorkommende Art. Vorzufinden ist sie vor allem an stehenden Kleingewässern. Aufgrund ihres großen Toleranzbereiches bezüglich der Standortfaktoren stellt sie nur sehr wenige Ansprüche an den Lebensraum und so kann man sie an sämtlichen Gewässertypen beobachten. Häufig wird sie daher auch als Ubiquist beschrieben. Mit Zunahme der Gewässergröße wird ihre Abundanz jedoch zunehmend geringer. Sie fliegt von Mai bis August. Charakteristisch für die Azurjungfern ist die schwarze Zeichnung des Hinterleibes, mit deren Hilfe man die unterschiedlichen Coenagrion-Arten leicht auseinander halten kann. Die Hufeisen-Azurjungfern zeichnen sich dabei durch schwarze dünne Ringe an den Hinterleibssegmenten aus. Eindeutiges Bestimmungsmerkmal ist vor allem die Hufeisen Zeichnung, welche sicherlich auch für den deutschen Namen verantwortlich ist. Wie alle Azurjungfern bestechen die Männchen durch ihre schöne leuchtend blaue Färbung.(Elisa Michel)
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Becherazurjungfer (Enallagma cyathigerum) Die Becherazurjungfer ist eine weitere Kleinlibellenart aus der Familie der Schlanklibellen. Wie alle Schlanklibellen besticht sie vor allem durch ihre Eleganz und ihre schöne blaue Färbung. Dadurch ist die Gefahr der Verwechslung mit den anderen Schlanklibellen jedoch recht hoch. Eine große Ähnlichkeit besteht dabei insbesondere mit den anderen Azurjungfern. Mit Hilfe der charakteristischen schwarzen Zeichnung des Hinterleibes können sie jedoch eindeutig bestimmt werden. Die Becherazurjungfer weist dabei auf ihrem ersten Hinterleibssegment einen urnenförmigen schwarzen Fleck auf, welche nach hinten leicht ausdünnen. Die Weibchen dieser Art können indes in unterschiedlichen Färbungen auftreten, wobei die Variationsbreite von blau, grün bis oliv reicht. Insgesamt erscheinen sie jedoch etwas blasser als die Männchen. Anzutreffen ist die Becherazurjungfer vor allem an stehenden Gewässern mit einer umfangreichen Ufervegetation. Ansonsten ist diese Art sehr anspruchslos und man findet sie bei schönem Wetter häufig über dem Wasser fliegend. Häufig kann man sie aber auch sitzend an Stängeln beobachten. Hier findet auch die Paarung statt. Die im Anschluss daran stattfindende Eiablage erfolgt in Tandemstellung, wobei die Weibchen oft unter Wasser tauchen. Die Flugzeit dieser Art reicht dabei von Mai bis September. In diesen Monaten ist sie auch relativ häufig in unserer Region zu entdecken. (Elisa Michel)
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Großes Granatauge (Erythromma najas) und Kleines Granatauge (Erythromma viridulum) Das Große und das Kleine Granatauge sind weitere Vertreter der Schlanklibellen. Zu erkennen sind diese Erythromma-Arten vor allem an den auffällig rot gefärbten Augen. Bedingt durch dieses Merkmal ist diese Gattung schnell von den ansonsten ähnlich aussehenden Ischnura-Arten zu unterscheiden. Insgesamt existieren in unserer Region zwei Arten der Granataugen: das Große und das Kleine Granatauge. Unterschiede sind dabei sowohl im Aussehen als auch im Verhalten festzustellen. So ist das Große Granatauge mit einer Flügelspannweite von 4,5-5 cm etwa einen Zentimeter größer als das Kleine Granatauge. Um eine eindeutige Bestimmung durchzuführen ist es jedoch sinnvoll, sich den zehnten Hinterleibsring genauer anzuschauen, da lediglich das Kleine Granatauge an diesem Ring eine schwarze X-Zeichnung aufweist. Diese X-Zeichnung ist auf dem Foto deutlich zu erkennen. Es zeigt ein typisches viridulum-Männchen. Weibchen sind bei beiden Erythromma-Arten eher unscheinbar und weisen einen leichten Grünstich auf. Der bevorzugte Lebensraum dieser Arten befindet sich vor allem an Schwimmblattzonen größerer Seen und Teiche. Das Große Granatauge ist jedoch schon deutlich früher im Jahr zu erblicken als das Kleine Granatauge. So beläuft sich die Flugzeit von Erythromma najas von Mai bis August, währenddessen Erythromma viridulum von Juni bis September ihre Flugphase hat. Häufig zu beobachten bei diesen Arten ist zudem die Eiablage in Tandemstellung. Besonders praktisch für den Beobachter erweist sich zudem die Tatsache, dass sich die Männchen bei den Arten gerne sitzend auf Schwimmblättern aufhalten. Das Kleine Granatauge wurde in den vergangenen Jahren (2003-2006) mit knapp 70 Nachweisen gesichtet, wohingegen das Große Granatauge nur sehr selten nachgewiesen wurde. Insgesamt konnte bei beiden Erythromma-Arten in den letzten 20 Jahren jedoch eine zunehmende Ausbreitung beobachtet werden. (Elisa Michel)
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Familie der Flussjungfern (Gomphidae)
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Westliche Keiljungfer (Gomphus pulchellus) Die Westliche Keiljungfer ist eine ursprünglich aus dem Mittelmeer stammende Großlibelle. In den letzten Jahren hat sie sich jedoch immer weiter Richtung Norden ausgebreitet und wurde auch bereits bei uns vereinzelt gesichtet. Sie kann daher als typischer Neozoon beschrieben werden. Anzutreffen ist sie an größeren Seen, Teichen, Füssen als auch an Kanälen. Sie bevorzugt dabei vor allem sonnenexponierte Gewässer mit Sand- und Kieszonen. Als typische Flussjungfer wandert sie weit umher und ist häufig auch weit außerhalb eines Gewässers anzutreffen. Bedingt durch ihre gelb-schwarze Färbung ist sie jedoch nur schwer aufzufinden. Diese Tarnfarbe ist sicher auch ein Grund für die geringe Nachweishäufigkeit. Kennzeichen dieser Art sind dabei vor allem die gelb-schwarz gestreiften Beine als auch der gelbe Streifen am Hinterlieb. Insgesamt kann man sie leicht mit anderen Keiljungfern verwechseln. Im Gegensatz zu den anderen Gomphus-Arten läuft ihr Hinterteil jedoch spitz aus und die dunklen Linien auf der Brust sind deutlich schmaler. Auch ihre Augen sind weniger intensiv gefärbt. Charaktereistisch für diese Art ist zudem der wellenförmige Flug. Als typischer Ansitzjäger kann man sie aber auch häufig an Stängeln sitzend beobachten. Hier findet man auch mehrfach die Paarungsräder wieder. Die anschließende Eiablage erfolgt dann durch das Weibchen alleine. Das sitzende Weibchen presst dabei die Eier aus und legt sie in großen Abständen voneinander auf der Wasseroberfläche ab. Bis zur vollständigen Entwicklung zum Imago können dann bis zu fünf Jahre verstreichen. Jahren. Charakteristisch für diese Art ist zudem, dass fehlende Balzverhalten der Männchen. (Elisa Michel)
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Asiatische-Keiljungfer (Gomphus flavipes) Die Asiatische Keiljungfer ist eine in unserer Region nur sehr selten nachgewiesene Gomphus-Art. Ihr Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich dabei über den gesamten asiatischen Kontinent. In Deutschland galt sie indes schon fast als ausgestorben. Der Grund für diese Seltenheit könnte dabei vor allem an den hohen Ansprüchen bezüglich ihres Lebensraumes liegen. So bevorzugen sie vor allem breite, natürlich mäandrierende Flüsse mit einer guten Wasserqualität, wobei sie insbesondere an den strömungsarmen Buchten mit einem strandähnlichen Uferbereich vorkommen. Durch Flussbegradigungen und Verschmutzungen wurden diese Lebensräume jedoch immer seltener und demzufolge auch die Asiatische Keiljungfer. Zu erkennen ist die Asiatische Keiljungfer dabei an ihren grünen Augen und der charakteristischen gelbschwarzen Zeichnung an der Brust und dem Hinterleib. Im Vergleich mit der Westlichen Keiljungfer ist der Gelbanteil an der Brust höher, währenddessen er am Hinterleib geringer ist. Mit einer Flügelspannweite von 7-8 cm ist sie zudem etwas größer als die Westliche Keiljungfer. Die Flugzeit der Asiatischen Keiljungfer erstreckt sich dabei von Juli bis September, wobei man sie bei gutem Wetter vereinzelt auch noch im Oktober sichten kann. Die erwachsenen Männchen halten sich dabei meist in Ufernähe auf, währenddessen man die Weibchen und Jungtiere meist in der umliegenden Vegetation findet. Hier findet man auch die Paarungsräder, welche meist an niedrigen Pflanzen hängen. Die anschließende Eiablage wird, wie auch bei der Westlichen Keiljungfer, durch das Weibchen alleine durchgeführt. Im Gegensatz zu dieser werden die Eier jedoch im Flug auf der Wasseroberfläche verteilt. Ein typisches Bewegungsmuster dabei sind vor allem die wippenden Schläge des Hinterleibes. Je nach Ablegedatum überwintern die Eier und die Larven schlüpfen erst im nächsten Frühjahr. Die Entwicklung der Larven kann dann zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. (Elisa Michel)
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Familie der Edellibellen (Aeshnidae)
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Südliche Mosaikjungfer (Aeshna affinis) Die Südliche Mosaikjungfer ist eine in unserer Region nur vereinzelt auftretende Aeshna-Art. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet dieser schönen Libellenart ist vor allem das Mittelmeergebiet. Seit kurzem ist sie jedoch vereinzelt auch in unseren Breiten gesichtet worden. Als Grund für diese Ausbreitung kann vor allem der Klimawandel und die relative Standortkonstanz herangezogen werden. Anzutreffen ist die Südliche Mosaikjungfer dabei vor allem stehenden Gewässern mit einem stark verschilften Ufer. Aufgrund ihres hohen Wärmebedürfnisses kommt die Südliche Mosaikjungfer bei uns vor allem an windgeschützten, sonnigen Standorten vor. Auch die Flugzeit beschränkt sich in unserer Region lediglich auf den Hochsommer. Bei gutem Wetter kann man insbesondere die Männchen gut beobachten, da diese gerne über die Ufervegetation fliegen und sich des Öfteren auch auf Schilfblätter setzen. Hier kann man gelegentlich Paarungen entdecken. Auch Tandemstellungen sind bei der Südlichen Mosaikjungfer keine Seltenheit. Vom Aussehen können sie auf den ersten Blick schnell mit der Herbst-Mosaikjungfer verwechselt werden. Auf den zweiten Blick kann man jedoch eindeutige Unterschiede feststellen. So besticht diese Art vor allem durch ihre leuchtend lila-blauen Hinterleibsflecken. Auch der gelb-grüne Thorax und die kleinen weißen Schulterflecken können zur Artbestimmung herangezogen werden. (Elisa Michel)
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Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist ein weiterer Vertreter der Edellibellen. Auch sie besticht durch ihre einzigartige Farbkombination. Dank der typischen Brustzeichnung mit grünen ovalen Flecken auf der Oberseite und der grünen Flecken auf der Rückseite der Hinterleibsringe ist diese Art eindeutig bestimmbar. Die letzten beiden Segmente sind zudem mit himmelblauen Farbbändern ausgestattet. Die Weibchen dieser Art haben hingegen eine dunkelbraune Grundfarbe mit gelblichen und hellblauen Flecken. Weiteres Kennzeichen sind zudem die blaugrünen Augen bei den Männchen bspw. die olivgrünen Augen bei den Weibchen. Insgesamt erreicht sie mit einer Flügelspannweite von 9,5-11 cm eine ähnliche Größe wie die Königslibelle. Vorzufinden ist sie von Juli bis Oktober an stehenden Gewässern aller Art. Typische Habitate sind dabei insbesondere beschattete Waldteiche. Im Gegensatz zur Torf-Mosaikjungfer sind diese Bestände jedoch nicht gefährdet und man bekommt sie relativ häufig noch zu sehen. (Elisa Michel)
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Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea) Die Torfmosaikjungfer ist eine sehr seltene und gefährdete Aeshna-Art. Der Grund für diese Seltenheit ist dabei vor allem in der Zerstörung ihrer Lebensräume begründet. Ihre natürlichen Habitate sind Moorgewässer. Durch die intensive Nutzung und Trockenlegung dieser Standorte werden diese Biotope jedoch immer seltener und mit ihnen auch die Torf-Mosaikjungfer. Auch in unserer Region wurde diese Art nur sehr vereinzelt gesichtet. Während ihrer Flugzeit von Juli bis September kann man die Männchen dabei besonders an sonnigen Nachmittagen beobachten. Zu dieser Zeit findet man sie meistens sonnend auf Baumstämmen vor. Den restlichen Tag fliegen sie meist knapp über der Wasseroberfläche, wobei sie sich durch ein ausgeprägtes Patrouilleverhalten auszeichnen. Die Weibchen bekommt man indes meist Eier legend zu Gesicht, wobei die Eier in die Pflanzen eingestochen werden. Die Entwicklungsdauer dieser Art ist sehr lange und kann bis zu drei Jahre dauern. Auffällig dabei ist vor allem das zehnmonatige Eistadium. Kennzeichen dieser farbenprächtigen Aeshna-Art ist dabei der braune Thorax mit den gelben Seitenbinden. Im Gegensatz zur Hochmoor-Mosaikjungfer (Aeshna subarctica elisabethae), welche bei uns jedoch nicht nachgewiesen ist, besticht sie durch ihre leuchtend blauen Flecken auf dem Hinterleib. Die Weibchen sind indes meist bräunlich mit gelben Flecken auf dem Hinterleib. (Elisa Michel)
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Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta) Die Herbst-Mosaikjungfer ist eine ausgesprochen schöne Edellibelle. Sie besticht dabei vor allem durch ihre außergewöhnliche Farbzeichnung. Auffällig dabei sind vor allem die intensiv blauen Augen. Diese blauen Augen sind bei Mosaikjungfern jedoch häufig und kein eindeutiges Erkennungsmerkmal. Charakteristisch für diese Art ist jedoch der braune Thorax mit breiten gelben Streifen. Zudem ist an der Basis des Abdomen ein kleines gelbes Dreieck zu sehen. Diese charakteristischen Eigenschaften lassen sich jedoch nur bei Männchen feststellen. Weibliche Exemplare der verschiedenen Mosaikjungferarten sind nur sehr schwer differenzierbar. Mit einer Flügelspannweite von 8-8,5 cm und einer maximalen Körperlänge von 6,5 cm gehört sie jedoch eher zu den kleinen Mosaikjungfer-Arten. Zu beobachten ist die Herbst Mosaikjungfer von Juli bis in den Herbst, womit sie zu den letzten Libellenarten des Jahres gehört. Ihr bevorzugter Aufenthaltsort sind stehende Gewässer. Häufig ist sie aus Jagdgründen jedoch auch an Wiesen oder Waldrändern anzutreffen. Typisch für diese Art ist zudem die Überwinterung der Eier, welche bevorzugt in Treibholz eingestochen werden. Selten überwintern auch die Larven. Die Entwicklung dieser Art kann somit bis zu zwei Jahre dauern. An Schilfblättern lassen sich zudem oft Paarungen beobachten. Insgesamt beziffert sich die Nachweishäufigkeit dieser Art von 2003- 2006 auf knapp 60. (Elisa Michel)
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Große Königslibelle (Anax imperator) Die Große Königslibelle gehört zu den schönsten und größten Libellenarten unserer Region. Sie gehört zu der Familie der Edellibellen und ist mit einer Flügelspannweite von 9,5-11 cm eine typische Art der Großlibellen. Anzutreffen ist sie vor allem an stehenden Gewässern mit einer großen Wasserfläche. Typische Habitate sind insbesondere Kiesgruben und Baggerseen. Insgesamt besitzen sie ein sehr großes Lebensraumspektrum und man findet sie z. T auch an Temporärgewässern vor. Hier sieht man vor allem Männchen über das Wasser fliegen. Auffällig bei dieser Art ist vor allem die leuchtende blaue Färbung des Hinterleibes. Dieser blaue Hinterleib ist dabei neben der grünen Brust ein typisches Charakteristikum dieser Art. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist zudem der schwarze Streifen auf dem Hinterleib, welcher bei den Weibchen auch ins bräunliche übergeht. Bemerkenswert ist zudem die lange Flugzeit von Mai bis September. Insgesamt gelangen in den Jahren 2003-2006 knapp 140 Nachweisen, womit sie die am zweithäufigsten nachgewiesene Art im westlichen Ruhrgebiet ist.(Elisa Michel)
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Kleine Königslibelle (Anax parthenope) Die Kleine Königslibelle ist eine wärmeliebende Anax-Art und kommt vor allem in Südeuropa am Mittelmeer vor. Die Art hat in Europa ihren Verbreitungsschwerpunkt im ostmediterranen Raum, kommt aber tatsächlich bis nach Japan vor. In Mitteleuropa war sie aus Pommern, Ostpreußen und Brandenburg bodenständig bereits in den 30er Jahren bekannt, breitete sich aber zunehmend nach Westen aus. Anfang der 80er Jahre wurde sie bereits in der Magdeburger Börde bodenständig beobachtet. Aus Westdeutschland, Belgien und den Niederlanden liegen nur Einzelnachweise vor. In Nordrhein-Westfalen besitzt sie bislang kein regelmäßiges Vorkommen und wird für unser Land als Dispersalart geführt. 1983 gelang im rheinischen Braunkohlerevier bei Brühl der Erstnachweis, wo sie auch 1985 noch beobachtet wurde. Bis heute sind nur einzelne Nachweise aus der niederrheinischen Bucht und aus dem Münsterland bekannt. Auch bei uns in der Region wurde sie bereits nachgewiesen. Jeweils ein Männchen der Kleinen Königslibelle Anax parthenope wurde am 26. und 27.06.2003 an zwei benachbarten Kolken in der Duisburger Ruhraue fliegend beobachtet. Vermutlich handelte es sich um dasselbe Tier. Aus den Beobachtungen kann nicht auf ein "bodenständiges" Vorkommen geschlossen werden. Zu finden ist sie vorzugsweise an großen stehenden Gewässern mit einer ausgeprägten Schwimmblattzone. Bedingt durch die lange Flugzeit von Mai bis September kann man sie hier gut beobachten. Das Verhalten als auch das Aussehen ähnelt dabei sehr dem der Großen Königslibelle. Die Kleine Königslibelle ist jedoch etwas kleiner als die Große Königslibelle. Im Gegensatz zu dieser weist die Kleine Königslibelle zudem einen braunen Thorax auf. Auch ist der Blauanteil der Kleinen Königslibelle etwas geringer. Die Weibchen weisen meist eine ähnliche Färbung auf. Anhand der Färbung der Augen kann man jedoch eine eindeutige Geschlechtsbestimmung vornehmen. So sind die Augen des Männchens blau, während die Augen des Weibchens grün erscheinen. Gut zu beobachten sind vor allem die Männchen, die in den warmen Mittagsstunden über das Wasser fliegen. Charaktereistisch für diese Art ist zudem die Eiablage im Tandem, wobei die Eier in schwimmende Pflanzenteile eingestochen werden. Dieses Verhalten zeigt gegenüber der Großen Königslibelle lediglich die Kleine Königslibelle, weshalb man es auch als eindeutiges Bestimmungsmerkmal betrachten kann. (Elisa Michel & Martin Schlüpmann)
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Familie der Quelljungfern (Cordulegastridae)
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Gestreifte Quelljungfer (Cordulegaster bidentatus) Die Gestreifte Quelljungfer ist eine besonders schöne und große Libellenart. Ihre Flügelspannweite beträgt 9-11 cm bei einer Körperlänge von 8 cm. Anzutreffen ist sie an Quellbereichen mit kühlen, sauerstoffreichen Bächen. Optimale Lebensräume befinden sich zudem in Waldnähe. Die Hauptflugzeit erstreckt sich dabei über die gesamten Sommermonate. Das Vorkommen dieser Art ist jedoch stark gefährdet und man findet sie nur noch sehr inselartig vor. Auch in unserer Region wurde sie nur sehr selten nachgewiesen. Zu erkennen sind die Quelljungfern dabei vor allem an ihrer gelbschwarzen Zeichnung. Auf den ersten Blick kann man sie jedoch schnell mit der Zweigestreiften Quelljungfer verwechseln. Bei genauerer Betrachtung können sie jedoch gut identifiziert werden. So besitzt die Gestreifte Quelljungfer, im Gegensatz zu der Zweigestreiften, nur einen großen Querstreifen auf den Hinterleibsringen, währenddessen die Zweigestreifte Quelljungfer je einen großen und einen kleinen Querstreifen aufweist. Charakteristisch für die Gestreifte Quelljungfer ist zudem das schwarze Hinterhauptdreieck. Auch die Eiablage, welche an den tänzelnde Bewegungen der Weibchen zu erkennen ist, kann als arttypisch beschrieben werden. Hierbei bohren sie sie Eier mit Hilfe ihres kräftigen Legestachels in feuchte Sandgruben ein. Die Entwicklung zum Imago kann bis 5 Jahre dauern. (Elisa Michel)
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Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltoni) Die Zweigestreifte Quelljungfer ist eine weitere gefährdete Quelljungfer, welche auch bei uns nur sehr vereinzelt gesichtet wird. Sowohl das Verhalten als auch das Aussehen ähnelt sehr dem der Gestreiften Quelljungfer. Als eindeutiges Bestimmungsmerkmal dieser Cordulegster-Arten kann man dabei vor allem die Querstreifen auf dem Hinterleibsring heranziehen. So weist die Zweigestreifte Quelljungfer pro Hinterleibsring je einen großen und kleinen Querstreifen auf, währenddessen der Gestreiften Quelljungfer die kleinen Querstreifen fehlen. Ein weiterer Unterschied besteht in der Färbung des Hinterhauptdreieckes, welches bei der Zweigestreiften Quelljungfer gelb und bei der Gestreiften Quelljungfer schwarz ist. Bevorzugte Lebensräume sind fließende Gewässer und Flüsse im Gebirge. In der Ebene ist sie nur gelegentlich anzutreffen. Dies ist sicherlich auch ein Grund für die geringe Nachweishäufigkeit in unserer Region. Aber auch sonst ist sie selten und wird als gefährdet eingestuft. Als Ursache dafür kann man sicherlich die hohe Spezialisierung bezüglich ihres Lebensraumes ansehen. So benötigt die Zweigestreifte Quelljungfer kleine, saubere Wasserläufe mit einem umfangreichen Sand- und Kiesvorkommen. Die Flugzeit dieser Art beläuft sich dabei von Juni bis August, wobei man insbesondere die Männchen häufig entlang der Bachläufe fliegend beobachten kann. Kopulationen kann man bei dieser Art nur sehr schwer besichtigen, da die Paarung meist in den Baumkronen abläuft. Die Eier werden, ähnlich wie bei der Gestreiften Quelljungfer, durch das Weibchen alleine in den sandigen Bachgrund gebohrt. Ein weiteres charakteristisches Verhaltensmuster sind zudem die Patrouilleflüge des Männchens. (Elisa Michel)
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Familie der Falkenlibellen (Corduliidae)
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Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea) Die Gemeine Smaragdlibelle ist auch unter dem Namen Falkenlibelle bekannt. Sie ist eine Charakterart für Stillgewässer und kommt bevorzugt an wechselfeuchten Standorten vor. Größere Populationsdichten findet man an strukturreichen Gewässern mit einer umfangreichen Röhrichtzone. Optimale Lebensräume sind Auenlandschaften. Hier kann man sie von August bis September gut beobachten. Das Hauptareal dieser Art liegt in Nordeuropa; in den wärmeren Gebieten Südeuropas fehlt sie indes vollständig. Auch in unserer Region wurde sie nur sehr selten nachgewiesen. Obwohl sie selten sitzt, kann man sie anhand ihrer metallisch kupferartigen Färbung mit grünen Augen gut erkennen. Es besteht zwar Verwechslungsgefahr mit anderen Smaragdlibellen, die gemeine Smaragdlibelle zeichnet sich jedoch durch einen verbreiterten Hinterleib und eine einfarbig grüne Stirn aus. Mit einer Länge von fünf Zentimeter und einer Flügelspannweite von bis zu 7,5 cm gehört sie zu den mittelgroßen Libellenarten. Arttypisch für sie ist zudem die Eiablage im Wippflug. In der Nähe von den eiablegenden Weibchen sieht man oft die Männchen, welche mit angehobenem Hinterleib den Weibchen folgen. (Elisa Michel)
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Glänzende Smaragdlibelle (Somatochlora metallica) Die Glänzende Smaragdlibelle ist, wie der Name schon verrät eine auffallend schöne und glänzende Großlibelle. Mit rund 15 Nachweisen (2003-2006) ist sie in unserer Region die einzige Vertreterin der Gattung Somatochlora. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich dabei von Nord- bis Mitteleuropa, wobei vereinzelte Funde auch in Osteuropa nachgewiesen wurden. Sie lebt bevorzugt an stehenden und langsam fließenden Gewässer. Hier kann man die Männchen von Juni bis September gut über das Wasser fliegend beobachten. Die Weibchen halten sich meist in der Vegetation auf, lediglich zur Jagd und zur Eiablage kann man sie gut entdecken. Die Eier werden durch die Weibchen alleine im Flug auf den Boden oder auf schwimmende Algenmatten abgeworfen. Charakteristisch hierbei ist vor allem die Art und Weise der Eiablage, wobei die letzten Hinterleibsringe zuerst nach oben gebogen und im Anschluss daran mit Schwung nach unten geschlagen werden um die Eier fortzuschleudern. Die Larven schlüpfen bereits nach 4-6 Wochen. Die Entwicklung zum Imago kann jedoch 2-3 Jahre in Anspruch nehmen. Zu erkennen ist die Glänzende Smaragdlibelle neben ihrer glänzend grünen Färbung vor allem an der gelben Querbinde zwischen der Stirn. Weiterhin weist das zweite Hinterleibssegment einen gelben Endring auf. (Elisa Michel)
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Familie der Segellibellen (Libellulidae)
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Vierfleck (Libellula quadrimaculata) Der Vierfleck gehört neben der Großen Königslibelle zu den häufigsten Großlibellenarten und ist auch bei uns in der Region mit knapp 70 Nachweisen (2003-2006) eine der bekanntesten Art. Zu beobachten ist der Vierfleck von Mai bis Juli an stehenden Gewässern aller Art. Große Populationsdichte findet man dabei vor allem an sauberen und vegetationsreichen Weihern oder Seen vor. Als wärmeliebende Art bevorzugt sie zudem windgeschützte, sonnige Standorte. Bedingt durch die geringe Fluchtdistanz ist der Vierfleck sehr gut zu beobachten. Wie alle Segellibellen setzt sich der Vierfleck gerne auf erhöhte Stellen um von dort seine Jagd auf kleine Insekten zu beginnen. Ein weiteres typisches Verhaltensmerkmal ist die Eiablage durch wippende Bewegung. Hierbei werden die Eier über flachem Wasser abgeworfen. Zu erkennen ist der Vierfleck dabei vor allem an seinen vier Flügelmalen je Flügelpaar. Weiteres Kennzeichen des Vierfleckes ist die beigebraune Färbung mit einem dunkelbraunen Abdomenende, welche sowohl die Männchen als auch die Weibchen aufweisen. (Elisa Michel)
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Plattbauch (Libellula depressa) Der Plattbauch ist mit einer Flügelspannweite von 7-8 cm eine typische Großlibellenart. Zu erkennen ist er an seinem markanten platten Bauch, welcher ihm auch zu seinem deutschen Namen verholfen hat. Weiteres Charakteristikum der Libellula-Arten sind zudem die großen dreieckigen Flecke an der Basis der Hinterflügel, welche auch als Basalflecken beschrieben werden. Auffällig bei dieser Art ist des Weiteren der beträchtliche Farbunterschied zwischen den Geschlechtern sowie der Farbwechsel im Laufe ihres Lebens. Die Männchen sind dabei blau gefärbt, währenddessen die Variationsbreite der Weibchen von gelb bis braun reicht. Zu finden ist diese Segellibellenart vor allem an stehenden Gewässern, wobei sie besonders kleine Tümpel und Teiche bevorzugt. Ihre Flugphase ist von Mai bis Juli. Insgesamt kommt sie in ganz Europa vor und gilt als nicht gefährdet, dennoch war die Nachweishäufigkeit in unserer Region in den Jahren 2003-2006 nur gering. Ein typisches Verhaltensmuster dieser Art ist die Eiablage im Flug, wobei die befruchteten Eier vom Weibchen in bewachsene Uferränder geworfen werden. Die Entwicklung zum Reifestadium dauert dann zwei Jahre. Wie alle Segellibellen zeichnet sich diese Art zudem durch ihre beträchtliche Flugleistung aus. (Elisa Michel)
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Spitzenfleck (Libellula fulva) Der Spitzenfleck ist eine ausgesprochen seltene Segellibelle und gilt als stark gefährdet. Bis 1990 lagen aus NRW nur einzelne Nachweise vom linken Niederrhein und der Senne vor. Bei uns in der Region gelangen bislang nur zwei Nachweise in der Ruhraue. Den ersten Nachweis erbrachte Eb. Schmidt vor einigen Jahren in der benachbarten Mülheimer Ruhraue. Am 27.06.2003 konnten dann 2 Männchen und ein Weibchen an einem Altwasser in der Duisburger Ruhraue beobachtet. Die Männchen patrouillierten ausgiebig entlang des Ufers, nutzen Röhrichtpflanzen als Ansitzwarte und es kam während der Beobachtung einmal kurz zu einer Paarung. Ein Grund für diese Seltenheit könnte dabei in den hohen Ansprüchen bezüglich der Standortfaktoren liegen. So benötigt diese Art saubere, sauerstoffreiche Gewässer mit einem umfangreichen Röhrichtgürtel. Bevorzugt anzutreffen ist der Spitzenfleck dabei an stehenden und langsam fließenden Gewässern von Mai bis Juni. Vom Verhalten und Aussehen ähnelt der Spitzenfleck dabei sehr den anderen Libellula-Arten. Die Flugleistung des Spitzenflecks ist jedoch geringer und man findet ihn daher häufiger sitzend vor. Zu unterscheiden sind diese Arten vor allem an den Flügeln. So weist der Spitzenfleck lediglich auf dem hinteren Flügelpaar Basalflecken auf. Und auch die charakteristischen Flügelmale beschränken sich bei dieser Art nur auf die Flügelspitzen. Von der Farbzeichnung ähnelt der Spitzenfleck sehr dem Plattbauch, wobei die Weibchen durch ihren leuchtend orange gefärbten Körper hervorstechen. Diese Farbenpracht verblasst jedoch im Laufe des Lebens. (Elisa Michel & Martin Schlüpmann)
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Großer Blaupfeil (Orthetrum cancelatum) Der Große Blaupfeil ist mit einer Flügelspannweite von 7,5-9 cm ein typischer Vertreter der Großlibellen. Er gehört zur Familie der Segellibellen und ist in unserer Region relativ häufig anzutreffen. Sein bevorzugter Lebensraum befindet sich dabei vor allem an kleinen Baggerseen oder Teichen mit umfangreichen Sand- und Kiesufern. An unbewachsenen Stellen kann man ihn dann gut sitzend zu Gesicht bekommen. Im Flug ist die Erkennung etwas schwieriger, da er sehr schnell über das Wasser umherfliegt. Charakteristisch für diese Art ist vor allem der blau gereifte Hinterlieb bei den Männchen, welcher im Bereich der letzen drei Segmente schwarz gefärbt ist. Das Weibchen hat indes einen dunkelgelben Hinterleib. Neben diesem ausgeprägten Farbunterschied zwischen den Geschlechtern zeichnet sich diese Art zudem durch einen beachtlichen Farbwechsel im Laufe ihres Lebens aus. Diese Farbvariation ist ein typisches Merkmal der Segellibellen. (Elisa Michel)
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Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) Die Feuerlibelle ist eine in unserer Region nur vereinzelt nachgewiesene Großlibelle. Die Feuerlibelle ist im gesamten Mittelmeerraum, in Afrika, Kleinasien und Nordindien weit verbreitet, wandert in warmen Jahren aber immer wieder bis in den mitteleuropäischen Raum ein. Bereits in den 80er Jahren trat sie regelmäßig in der Oberrheinischen Tiefebene auf und kann dort mittlerweile als bodenständig bezeichnet werden. 1977 wurde sie erstmals in Monheim (NRW) beobachtet. Danach wurde sie lange Jahre in unserem Land nicht mehr beobachtet und trat dann erst wieder vereinzelt in den 90er Jahren auf. In den letzten Jahren wurde sie vereinzelt im Kreis Unna, bei Gütersloh und an der Weser beobachtet. Sie ist eine ausgesprochen wärmeliebende Art und besiedelt in unseren Breiten daher lediglich sonnige, windgeschützte Standorte. Vorzugsweise kommt sie dabei vor allem an flachen Stillgewässern vor. Bedingt durch ihre leuchtend rote Färbung fällt sie sofort ins Auge, was auch sicherlich ausschlaggebend für den deutschen Namen war. Feuerlibellen ähneln im Körperbau den Blaupfeilen. Bei der Feuerlibelle sind aber vor allem die leuchtend roten Männchen auffallend. Bei ihnen ist der gesamte Körper, einschließlich Thorax, Augen und Stirn feuerrot gefärbt und auch die Beine sind rötlich gefärbt. Auf den ersten Blick kann man sie leicht mit der Blutroten Heidelibelle verwechseln. Die Feuerlibelle besticht jedoch durch ihre leuchtend rote Färbung. Im Gegensatz zur Blutroten Heidelibelle weist die Feuerlibelle zudem einen breiteren, platten Hinterleib auf. Weiteres Charakteristikum dieser Art ist die gelb getönte Flügelbasis. Auch vom Verhalten lassen sich eindeutige Unterschiede zu den Sympetrum-Arten feststellen. So legen die Feuerlibellen – im Gegensatz zu den Heidelibellen – ihre Eier stets alleine ab. Hierbei werden die Eier aus dem Flug ins Wasser geworfen. Je nach Temperatur dauert die Entwicklung zum Imago 1-2 Jahre. In wärmeren Gebieten wurden zum Teil auch 2 Generationen pro Jahr beobachtet. Die Flugzeit der Feuerlibelle ist im Schnitt von Mai bis August. Von der mediterranen Feuerlibelle wurden z.B. am 26. und 27.06.2003 an zwei benachbarten Kolken in der Duisburger Ruhraue, sowie am 29.07. an einer Bucht der Ruhr in Oberhausen-Altstaden unweit der Duisburger Ruhraue einzelne Männchen beobachtet. (Elisa Michel & Martin Schlüpmann)
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Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae) Die Schwarze Heidelibelle ist eine leicht bestimmbare Sympetrum-Art. Ihre speziellen Kennzeichen sind dabei vor allem die schwarze Färbung des Hinterleibes als auch die schwarzen Augen, welche nur bei dieser Sympetrum-Art vorkommen. Nicht ausgefärbte Exemplare weisen manchmal gelbe Flecken am Hinterleib auf. Diese charakteristische Farbzeichnung tritt lediglich bei den Männchen auf. Weibchen sind deutlich unscheinbarer und bedürfen einer genaueren Bestimmung. Sie weisen eine Gelbfärbung auf und können auf den ersten Blick schnell mit anderen Sympetrum-Weibchen verwechselt werden. Auch die charakteristisch schwarz gefärbten Augen fehlen ihnen. Dennoch können die Danae-Weibchen mit Hilfe ihrer charakteristischen Zeichnungen gut von anderen Arten unterschieden werden. So besitzen sie neben ihren schwarzen Beinen schwarze Binden am Thorax. Auch die Abdomenunterseite ist bei ihnen schwarz gefärbt. Vereinzelt treten jedoch auch bräunliche Exemplare auf. Mit einer Flügelspannweite von 4,5-5,5 cm ist diese Art zudem etwas kleiner als die anderen Sympetrum-Arten. Bedingt durch ihre schwarze Farbe ist diese Art deutlich weniger wärmebedürftig. An heißen Tagen kann man sie daher häufig auch in der sogenannten Obeliskenstellung beobachten, wobei sie das Abdomenende in Richtung Sonne streckt und so ihre Einstrahlungsfläche reduziert. Dieses Verhalten kann man gut auf dem Foto sehen. Zu finden ist diese Art insbesondere in der kühl-gemäßigten Zone, wobei sich das Areal über nahezu ganz Europa erstreckt. Auch in unserer Region wurde sie mit rund 35 Nachweisen vereinzelt gesichtet. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt dabei vor allem an stehenden Kleingewässern mit einem dicht bewachsenen Uferbewuchs. Wichtig für das Vorkommen dieser Art ist dabei vor allem das Fehlen von Fischen. Die Flugphase dauert von Juli bis September, wobei selbst im Frühherbst noch Nachzügler schlüpfen können. (Elisa Michel)
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Gefleckte Heidelibelle (Sympetrum flaveolum) Die Gefleckte Heidelibelle ist eine seltene Heidelibelle, welche als stark gefährdet gilt. Dennoch wird sie auch in unserer Region vereinzelt gesichtet. Ihr bevorzugter Lebensraum erstreckt sich auf stehende Gewässer mit schwankenden Wasserständen und einem stark verwachsenen Uferbewuchs. Bei uns findet man sie vor allem am Waldteichgelände in Oberhausen. Hier findet sie optimale Lebensbedingungen und kommt daher in einem größeren Bestand vor. Über das Wasser fliegend beobachtet man sie jedoch eher selten, indes konzentriert sich die Jagd auf umliegende Wiesen, Brachen und Felder. Ihre Flugzeit erstreckt sich dabei über die gesamten Sommermonate. Zu unterscheiden von den anderen Sympetrum-Arten ist sie an ihren großen gelben Basalflecken auf den Flügeln. Auch die Färbung des Hinterleibes unterscheidet sich von den anderen Heidelibellen, da diese eine deutlich schwächere Farbintensivität aufweist und eher orange als rot wirkt. Wie bei den meisten Heidelibellen kann man auch diese Art gut im Tandemflug beobachten, bei dem sie im sogenannten Wippflug die Eier abwerfen. (Elisa Michel)
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Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii) Die Frühe Heidelibelle ist die erste Sympetrum-Art, welche man im Jahr zu Gesicht bekommt. Ihre Flugzeit ist dabei sehr kurz und beläuft sich von Mai bis Juni. Bedingt durch ihre hohes Wärmebedürfnis bevorzugt sie vor allem flache, wenig bewachsenen Gewässer, welche sich schnell erwärmen. Um eine Verwechslung mit den anderen Sympetrum-Arten auszuschließen, ist es wichtig sich die Flügel genauer anzugucken. Charakteristisches Kennzeichen dieser Art ist dabei vor allem das gelbe Flügelmal, welches im Vergleich mit anderen Sympetrum-Arten relativ groß ist. Auch die intensive rote Flügeladerung bei den Männchen kann als Bestimmungsmerkmal herangezogen werden. Insgesamt sind die Männchen der Frühen Heidlibelle am Thorax als auch am Abdomen rot gefärbt. Die Weibchen sind deutlich unscheinbarer. Aufgrund ihres gelben Basalflecks können sie jedoch charakterisiert werden. Wie bei allen Heidlibellen erfolgt die Eiablage im Tandemflug, wobei die Eier über dem Wasser abgeworfen werden. Die jungen Larven halten sich auf dem Grund des Gewässers oder zwischen Wasserpflanzen auf. Zur Häutung verlassen sie ihr Schlupfgewässer und klettern in die umliegende Vegetation. Exuvienfunde in bis zu 50 m Entfernung belegen dieses Verhalten.
Ursprünglich in Südeuropa, Asien und Afrika heimisch, hat sie sich bis nach Mitteleuropa verbreitet. Immer wieder dringt die Art bis weit ins nördliche Europa vor. Zeitweilig kam es auch in der Vergangenheit immer wieder zur Fortpflanzung und vollständigen Entwicklung, aber bis 1990 waren "bodenständige" Vorkommen wohl selten über mehrere Jahre zu beobachten. In NRW war die Frühe Heidelibelle ein ausgesprochen seltener Vermehrungsgast. Seit 1990 häufen sich die Beobachtungen bodenständiger Vorkommen in ganz Deutschland. Auch bei uns ist sie stellenweise zu beobachten, wobei man sie vor allem an stehenden Gewässern antrifft. Man kann sie daher als typischen Neozoon beschreiben. 1999 trat die Art erstmals auch an mehreren Stellen im Ruhrgebiet auf, so z. B. im Waldteichgelände in Oberhausen (nach N. Kilimann) und wenige Kilometer entfernt im Norden der Stadt Essen (Kordges & Keil 2000). Die Frühe Heidelibelle wurde von uns gleich an mehreren Stellen im Ruhrtal und in Duisburg beobachtet. 1. Mülheim, Ruhraue Saarn: Jungfernflug am 09.07.2003, Männchen am 15.07.2003 2. Mülheim, Ruhraue Styrum: unterhalb Raffelnbergwehr am 17.06. 10 Männchen an den ausgedehnten Kiesbänken des fast stehenden Ruhrarmes. Am 20.06 wurde dort auch ein Weibchen beobachtet.
Sympetrum fonscolombei ♂ in der Styrumer Ruhraue, Mülheim 17.06.2003; Ausschnittsvergrößerung
3. Oberhausen-Altstaden: ehemaliges Haldengelände am 11.08.2003 zwei Männchen. 4. An Kolken auf einer Viehweide der Ruhraue bei Duisburg-Duissern wurde am 26/27.06.2003 ein Männchen beobachtet. 5. Duisburg-Wedau: an einem jungen Kleingewässer im Randbereich einer Kiesgrube wurde am 13.06.2003 ein Weibchen beim Jungfernflug beobachtet. Da auch frisch geschlüpfte Tiere gefangen bzw. beobachtet wurden, ist das Vorkommen im Vereinsgebiet als etabliert zu bezeichnen. Derzeit muss die Art bei uns als heimisch betrachtet werden. Ob sie sich dauerhaft etabliert bleibt allerdings ungewiss und wird von der weiteren Klimaentwicklung abhängen. (Elisa Michel & Martin Schlüpmann)
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Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum) Ähnlich wie die Große Heidelibelle ist auch die Blutrote Heidelibelle eine weit verbreitete Großlibellenart. Mit gut 75 Nachweisen ist sie neben der Großen Heidelibelle die am häufigsten anzutreffende Sympetrum-Art in unserer Region. Ihr Lebensraum umfasst dabei stehende Gewässer jeglicher Ausprägung, wobei sie bevorzugt Gewässer mit wechselndem Wasserstand wie z. B. Auen oder Tümpel besiedelt. Als Spezialist für Überschwemmungsflächen kommt sie hier in großen Beständen vor. An Standorten mit stabilen Bedingungen wird sie indes von anderen Libellen verdrängt. Sie kann daher als Indikator für wechselnasse Verhältnisse bezeichnet werden. Als wärmeliebende Art präferiert sie zudem sonnige Standorte. Obwohl sie auf den ersten Blick der Gemeinen Heidelibelle sehr ähnlich sieht, existiert ein eindeutiges Bestimmungsmerkmal. So ist die Blutrote Heidelibelle vom Kopf über den Thorax bis hin zum Abdomen durchweg rot gefärbt. Selbst die normalerweise gelblich/braun gefärbten Heidelibellenweibchen sind bei dieser Art gelegentlich rot. Ein weiteres Kennzeichen der Blutroten Heidelibelle sind die durchgehend schwarzen Beine. Auch diese Art lässt sich durch ihr Jagdverhalten sehr gut beobachten. Häufig beobachtet man sie zudem in der so genanten Obeliskenstellung vor. (Elisa Michel)
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Große Heidelibelle (Sympetrum striolatum) Die Große Heidelibelle kommt in unserer Region häufiger vor: Insgesamt wurden in der Zeit von 2003 bis 2006 knapp 80 Nachweise getätigt. Zu finden ist die Art von Juli bis Oktober insbesondere an stehenden Gewässern aller Art. Größere Populationsdichten finden sich im Bereich der Baggerseen (Duisburger Seenplatte) und an relativ krautarmen Pioniergewässern, z. B. Bergsenkungen. Tendenziell handelt es sich um eine wärmeliebende Art, die – großräumig gesehen – entlang des wärmebegünstigten Rheingrabens besonders häufig vorkommt. Im Ruhrgebiet steht die Art in der Häufigkeit der Blutroten Heidelibelle in nichts nach. Es kommt allerdings zu jährliche Verschiebungen im Verhältnis der Individuenzahl der beiden Arten. Für die Bestimmung ist ein geschulter Blick erforderlich, da der Verwechslungsgrad mit der Gemeinen Heidelibelle sehr hoch ist. Bei der Großen Heidelibelle endet der schwarze Querstreifen über der Stirn jedoch an den Augen, während er bei der Gemeinen Heidelibelle leicht an den Augen vorbei zieht. Zur genauen Bestimmung eignet sich daher besonders bei den Heidelibellen das Hinzuziehen eines Fernglases oder Keschers. Das Männchen besitzt einen rot gefärbten Hinterleib, während das Weibchen eher bräunlich oder gräulich ist. Tandemstellungen sind bei dieser Art ebenfalls häufig zu beobachten. (Elisa Michel)
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Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum) Die Gemeine Heidelibelle ist in ganz Europa verbreitet und auch in unserer Umgebung anzutreffen. Insgesamt wurde sie in den Jahren 2003-2006 bei uns etwa 30-mal nachgewiesen. Sie gehört zu der Familie der Segellibellen und fällt unter die Unterordnung der Großlibellen. Mit einer Flügelspannweite von 5,5-6,5 cm ist sie jedoch eine verhältnismäßig kleine Art der Großlibellen. Ihr bevorzugter Lebensraum sind stehende Gewässer mit üppiger Randvegetation. Optimale Bedingungen findet sie dabei vor allem an Röhricht- und Seggenbeständen. Bedingt durch ihren großen Toleranzbereich weist sie jedoch ein großes Habitatsspektrum auf und so reicht ihr Lebensraumspektrum von Weihern und Tümpeln über Kiesgruben bis hin zu Gartenteichen. Aufgrund der roten Färbung des Hinterleibes stechen Heidelibellen schnell ins Auge. Für eine genaue Bestimmung der Art muss jedoch auf charakteristische Einzelheiten geachtet werden. Zu nennen für die Gemeine Heidelibelle sind die gelbbraun, schwarz längstgestreiften Beine und der durchgehend braun gefärbte Thorax. Weiteres Charakteristikum ist die Augenbinde, die bei der Gemeinen Heidelibelle als Querstreifen zwischen den Augen und weiter am Augenrand abwärts verläuft. Zudem ist das hintere Drittel des Hinterleibes der vulgatum-Männchen verbreitert. Die jungen Weibchen der Gemeinen Heidelibelle sind wie alle Sympetrum-Arten gelblich gefärbt, mit der Zeit werden sie jedoch bräunlich. Bedingt durch den relativ großen Toleranzbereich in Bezug auf die Temperatur ist die Gemeine Heidelibelle auch an sonnigen Tagen im Spätherbst noch anzutreffen. Insgesamt dauert die Flugzeit der Gemeinen Heidelibelle von Juli bis November. Wie die meisten anderen Heidelibellen, jagt auch die Gemeine Heidelibelle von einer Ansitzwarte. Dieses Verhalten gewährt dem Beobachter eine gute Möglichkeit sich die Heidelibellen genauer zu betrachten und zu differenzieren. Häufig zu beobachten bei den Heidelibellen ist zudem die Eiablage in Tandemstellung. (Elisa Michel)
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Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia) Die Kleine Moosjungfer ist eine weitere Art aus der Familie der Segellibellen. Sie gehört zur Gattung der Moosjungfern. Sie ist in unserer Region nur sehr vereinzelt gesichtet worden und gilt als stark gefährdet. Anzutreffen ist sie dabei vor allem an Hochmooren sowie an den Verlandungszonen von Moorseen. Hier fliegen sie bevorzugt in Ufernähe, häufig findet man sie aber auch auf dem Boden oder an Pflanzen sitzend. Hier kann man auch häufig die Paarungsräder beobachten. Die anschließende Eiablage wird durch das Weibchen alleine durchgeführt, wobei die Eier durch wippende Bewegungen an den schwimmenden Torfmoosen abgelegt werden. Die Larven schlüpfen bereits nach drei Wochen überwintern dann jedoch zwei- bis dreimal. Vom Aussehen ähnelt sie der Großen Moosjungfer, dennoch kann man sie relativ gut auseinander halten. So weist die Kleine Moosjungfer einen deutlich rot gefärbten Thorax auf. Auch die Flecken auf dem Hinterleib sind im Vergleich mir der Großen Moosjungfer rot und nicht braun. Lediglich der große Fleck auf dem siebten Hinterleibssegment erscheint gelb. Die Weibchen treten dabei in zwei Farbvariationen auf. Ihre Zeichnungselemente können dabei von rot bis gelb variieren. (Elisa Michel) |
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Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) Die Große Moosjungfer ist eine weitere Art aus der Gattung der Moosjungfern. Auch sie ist in unserer Region nur sehr selten anzutreffen ist. Grund für diese Seltenheit sind dabei vor allem die speziellen Lebensraumansprüche. So bevorzugt diese Art insbesondere stehende Gewässer mit Torfgrund und mit weiten offenen Bereichen. Solche Lebensräume sind in unserer Region jedoch kaum vorhanden, weshalb sie auch bei uns als nicht heimisch angesehen werden kann. Aber auch in den typischen Moorgebieten wird sie immer seltener und gilt bereits als stark gefährdet. Diesen Rückgang kann man dabei vor allem mit der großflächigen Biotopzerstörung erklären. Zu erkennen sind die Großen Moosjungfern dabei an ihrem großen gelben Fleck auf dem siebten Hinterleibssegment. Ansonsten wirken sie mit ihrer braun- schwarzen Färbung eher unscheinbar. Weiteres Charakteristikum sind zudem die schwarzen Flügelmale. Im Vergleich mit den anderen Moosjungfern sind sie zudem deutlich größer und kräftiger, wobei die Flügelspannweite von 5,5-6,5 cm reicht. Das Verhalten der Großen Moosjungfer ist eher unscheinbar. Besonders die Männchen sind sehr unaktiv und halten sich häufig träge auf Pflanzen auf. Auch die Eiablage erfolgt durch die Weibchen alleine, wobei die Eier ins freie Wasser geworfen werden. Die Männchen sitzen dabei in unmittelbarer Nähe und bewachen die Weibchen. (Elisa Michel)
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Abdomen: Hinterleibssegment Abundanz: Häufigkeit/Anzahl der Individuen einer Art adult: geschlechtsreif/erwachsen Balzverhalten: Verhalten vor der Paarung um potentielle Partner anzulocken Basalfleck: dreieckige Flecken an der Basis der Flügel Biotop (der): Abiotischer Teil des Lebensraumes einer Biozönose Biozönose: Lebensgemeinschaft eines Ökosystems Bodenständigkeit: Erfolgreiche Fortpflanzung einer Art Exuvien: Larvenhäute Flügelmal (Pterostigma): Flecken am Ende des Flügels Habitat: Lebensstätte/Wohnort einer Tierart Imago (Mehrzahl: Imagines): Geschlechtsreifes/ erwachsenes Insekt Kopula: Paarung und Samenübertragung (bei Libellen Paarungsrad) Neozoon (Mehrz. Neozoen): Neueinbürger aus der Tierwelt, welche nach 1500 n. Chr. eingewandert sind Obeliskenstellung: Spezielle Stellung bei Libellen, bei welcher der Hinterleib Richtung Sonne gestreckt wird, um die Sonneneinstrahlung zu reduzieren Patrouilleverhalten: Revierverhalten der Männchen; die Männchen fliegen i.d.R. am Ufer der Gewässer entlang (patrouillieren) und verjagen andere Männchen Pionierart: Erstbesiedler eines Lebensraumes, welcher an wechselnde Umweltbedingungen angepasst ist Sukzession: Entwicklung eines Lebensraumes Tandem: Spezielle Form der Eiablage, wobei sich die Männchen von oben an das Weibchen anheftet Thorax: Brustsegment Ubiquist: Lebewesen, welches eine Vielzahl von unterschiedlichsten Lebensräumen besiedelt Verlandungszone: Zone eines Gewässers, welche in Folge der Sukzession allmählich trockenfällt
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Regionale Funde von Libellen ansehen und mitteilen
Informationen zum Libellen-Kartierertreffen 2004
Aufsatz zur Libellenfauna des Waldteichgeländes als Pdf-Datei
Informationen zur Libellenkartierung in Essen als Pdf-Datei
© BSWR 2007, Textbearbeitung: E. Michel & M. Schlüpmann